Studie von Inverto Beim Rohstoffeinkauf hapert es an der richtigen Strategie

Deutsche Unternehmen schwanken beim Rohstoffmanagement derzeit zwischen Wunsch und Wirklichkeit: In der jährlichen Rohstoffstudie des Beratungsunternehmens Inverto betonen die rund 200 befragten Einkaufsleiter sowie Geschäftsführer und Vorstände fast unisono den großen Einfluss der Rohstoffkosten auf ihren Unternehmenserfolg.

Dies gilt sowohl für das kurzfristige Ergebnis als auch für die langfristige
Sicherung der Marktposition. Die Ergebnisse der diesjährigen Studie zeigen aber auch, dass die Befragten zugleich wenig strategisch im Rohstoffeinkauf handeln – trotz sich abzeichnender Versorgungsengpässe und erwarteter weiterer Preissteigerungen. Sie setzen nach wie vor auf konventionelle Werkzeuge im Rohstoffeinkauf.

Bei den Vereinbarungen mit Lieferanten sinken die Laufzeiten für Festpreise. Vor allem bei der Bündelung mit anderen Marktpartnern und beim Finanz-Hedging liegen große Potenziale brach. Dem starken Preisanstieg haben die Unternehmen insgesamt immer noch wenig entgegen zu setzen, und so werden die Rohstoffkosten soweit möglich an Kunden durchgereicht oder schlagen sich im eigenen Ergebnis nieder: Die operativen Margen sinken spürbar. Die Herausforderungen im Rohstoffmanagement sind also noch einmal größer geworden. Langfristig muss es den deutschen Unternehmen gelingen, zu den Entwicklungen an den Rohstoffmärkten starke Gegenpositionen aufzubauen, ansonsten könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen leiden. Neben der Beschaffung der Rohstoffe betrifft das auch ein gut durchdachtes Preis- und Risikomanagement zwischen Einkauf und Verkauf und – zumindest – Teilen der Produktentwicklung.