Silica und Rochester: Exklusiv-Partnerschaft für EMEA Autorisierte Nachfertigungen für abgekündigte Halbleiter

Karl-Heinz Weigl, Silica
Karlheinz Weigl, Silica: »Damit wir unsere Kunden beim Obsolescence-Management nicht nur über den Produktlebenszyklus der Originalbauteile unterstützen können, sondern auch im Anschluss, arbeiten wir seit 2005 mit Rochester zusammen.«

Die Verfügbarkeitsdauer von Halbleitern geht immer weiter zurück. Zwar gibt es bei vielen Herstellern ein sauberes End-of-Life-Management, aber nicht alle Kunden reagieren rechtzeitig und nicht immer ist die Suche nach adäquatem Ersatz erfolgreich. Abhilfe schaffen autorisierte »echte« Nachfertigungen von Rochester Electronics. Erhältlich sind die Produkte EMEA-weit über Silica.

Mittlerweile sind auch die eigentlichen Industrie-Komponenten der Marktdynamik der Consumer-Bauteile unterworfen und die Kunden werden vor allem im Halbleitersegment mit zahlreichen Änderungs- oder Abkündigungsmitteilungen konfrontiert. Weil ein Re-Design viel Zeit und Geld kostet, liegt es nahe, dass der Kunde nach Möglichkeit einen 1:1 Ersatz für den abgekündigten Halbleiter bevorzugt.  »Die Gefahr besteht in diesem Fall vor allem darin, dass die Kunden auf qualitativ minderwertige Fälschungen  hereinfallen«, weiß  Karlheinz Weigl, Regional Vice President für Mittel- und Osteuropa von Silica. »Damit wir unsere Kunden beim Obsolescence-Management nicht nur über den Produktlebenszyklus der Originalbauteile unterstützen können, sondern auch im Anschluss, arbeiten wir seit 2005 mit Rochester zusammen.« Rochester Electronics beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Vertrieb und der Nachfertigung von Halbleitern. Der US-amerikanischen Obsolescence-Spezialist ist das einzige Unternehmen, das von über 60 Halbleiterherstellern für die Nachfertigung von abgekündigten Halbleitern autorisiert wurde, darunter Intel, TI, Xilinx, Freescale, Maxim, Infineon, ADI, Cypress, Microchip und On Semiconductor.

Im Rahmen des Extension-Of-Life-Prozesses kauft Rochester die Restbestände des Originalherstellers auf: Das schließt sowohl das IP des Herstellers zu diesem Produkt ein, als auch bereits fertige Produkte, die noch auf Lager liegen. Auch die Fertigungsanlagen, Prüfgeräte und Testprogramme gehen an Rochester. »Auf diese Weise gewährleistet Rochester quasi eine nahtlose Weiterbelieferung mit den Originalteilen«, schildert Weigl. So umfasse das Lager von Rochester derzeit über 5 Milliarden Halbleiterbauteile und mehr als 10 Milliarden Dies auf Wafern.

Durch die Vertriebspartnerschaft mit Silica können auch die Kunden aus Mitteleuropa direkt auf das komplette Produktsortiment von Rochester zugreifen ohne Umwege über die USA. Zusammen arbeiten Silica und Rochester schon seit 2005. Seit kurzem ist Silica sogar Exklusiv-Partner für EMEA. Eine enge Zusammenarbeit besteht darüber hinaus auch mit der Silica-Mutter Avnet. Über Silica verfügbar sind nicht nur Nachfertigungen von Halbleitern, die Silica auf der Linecard hat. Auch alle anderen Hersteller im Portfolio von Rochester sind über den Distributor erhältlich. Die Vertriebsvereinbarung beeinhalte ausdrücklich das gesamte Produkt- und Dienstleistungsprogramm von Rochester, wie Weigl betont.

Gibt der Hersteller denn bei der Abkündigung bekannt, wenn er ein Abkommen mit Rochester über das abgekündigte Produkt hat? »Das hängt vom End-of-Life-Management (EOL) eines Herstellers ab«, weiß Colin Strother, General Manager EMEA, Rochester Electronics. »Die Strategien der Hersteller sind hier unterschiedlich. Einige Hersteller sehen eine enge Verbindung zwischen dem EOL und neuen Design-Wins, so dass sie abgekündigte Produkte in diesen Fällen weiter unterstützen bzw. liefern. Andere dagegen verfolgen den Ansatz »Final Life Time Buy««. So hat beispielsweise die Intel Embedded Group kürzlich bekannt gegeben, neue Produkte für mindestens sieben Jahre weiterhin zu unterstützen. Dazu hat Intel mit Rochester einen Vertrag abgeschlossen, der die fertigen Produkte umfasst, außerdem Wafer/Dies und bestimmtes IP. In diesem Fall wird Intel auch ganz offiziell bekannt geben, dass die Produkte künftig über Rochester verfügbar sind.

Im Fall des Last-Tim-Buy erklären die Herstellern normalerweise erst nachdem die LTB-Frist abgelaufen ist, dass ihre Produkte künftig von Rochester nachgefertigt werden. Mindestbestellmengen für fertige gehäuste Halbleiter gibt es bei Rochester nicht. Für Dies variiert die Mindestabnahme, beträgt aber oft auch nicht mehr als 100 Stück.