40 Jahre Rutronik Alles begann mit Karteikarten, Bleistift und Radiergummi

2013 ist Rutronik 40 Jahre auf dem Markt aktiv. Vier Jahrzehnte überdurchschnittliches Wachstum haben dafür gesorgt, dass der Distributor heute eine einzigartige Position einnimmt: Ein in zweiter Generation inhabergeführter und unabhängiger Broadliner dieser Größenordnung sucht in Europa seines Gleichen.

Das Broadlinertum war von Anfang an Programm: 1973 gründete Helmut Rudel zuerst die Rutronik Passive Bauelemente und kurze Zeit später die Silec Aktive Bauelemente. Ein gewagtes Unterfangen in einer Zeit, in der die Wirtschaft stark überhitzt war, die Zinsen bei 14 Prozent lagen und bereits eine ganze Reihe an Elektronikhändlern auf dem Markt aktiv war. »Doch mein Drang zur Selbständigkeit war stärker«, erinnert sich Helmut Rudel, Gründer und heute Präsident von Rutronik. »Außerdem habe ich diesen Schritt gut vorbereitet: Ich war ja schon seit meiner Lehre als Elektrotechniker in der Branche tätig, habe bei SEL den Vertrieb von der Pike auf gelernt und war lange Jahre beim Kondensatorspezialisten Röderstein, zuletzt als Prokurist. In dieser Zeit habe ich auch viele persönliche Kontakte geknüpft, die ich für mein eigenes Unternehmen als Kunden gewinnen konnte.« Anfangs waren das vor allem regional ansässige Hersteller aus der Unterhaltungselektronik, später kamen vermehrt Kunden aus der Industrieelektronik hinzu.

Mit der Distribution, wie man sie heute kennt, hatte das jedoch nicht viel gemeinsam. Vielmehr war es ein Kleinmengengeschäft, Rutronik war reiner Händler. Erst der Einzug der Elektronik in den Alltag ließ die Mengen extrem ansteigen. Helmut Rudel: »Vergleichen Sie mal Ihren Haushalt mit dem Ihrer Mutter. Heute läuft fast alles mit Elektronik. Dazu trugen viele technologische Entwicklungen bei. Zum Beispiel der integrierte Schaltkreis hat vieles erst möglich gemacht. Im Passiv-Bereich war es vor allem die Miniaturisierung, z.B. von manuell bestückten, bedrahteten Widerständen zu den winzig kleinen Chip-Widerständen. Und neue Produkte schaffen neue Märkte – das ist ein praktisch unendlicher Prozess.«

Die Komponentenhersteller verstärkten den Volumenanstieg der Distributoren, indem sie die Betreuung ihrer mittelgroßen Kunden vermehrt an die Distribution abgegeben haben. Um die wachsenden Mengen umschlagen zu können, mussten die Distributoren – und damit auch Rutronik – die notwendigen logistischen und IT-technischen Voraussetzungen schaffen. »Anfangs haben wir ja mit Karteikarten, Bleistift und Radiergummi gearbeitet. Die elektronische Datenverarbeitung hat das Wachstum erst ermöglicht«, erklärt Helmut Rudel. »Man musste schon immer offen sein für Neuentwicklungen. Das hat sich nicht verändert: Auch heute reicht es nicht, auf veränderte Bedingungen zu reagieren, sondern man muss sie aktiv mitgestalten.«

Bilder: 5

40 Jahre Rutronik

40 Jahre Rutronik

Rutronik goes Europe…      

Noch eine andere Entwicklung trug zum wachsenden Volumen der Distributoren bei: die Europäisierung. So gründete Rutronik 1991 die ersten Auslandsniederlassungen in Frankreich und Tschechien. Nach und nach folgten die anderen Länder, so dass Rutronik heute mit einem dichten Netz an Niederlassungen auf dem Kontinent vertreten ist. »Das war ein gewagter Schritt, weil wir uns die Märkte in jedem Land selbst erst erschließen mussten. Dabei muss man sich stets der Gefahr bewusst sein, sich zu übernehmen. Daran scheitern doch viele: dass sie sich verzetteln. Deshalb haben wir immer zuerst das Eine abgeschlossen bevor wir etwas Neues angefangen haben«, so Helmut Rudel. Das galt auch für die Übernahme von Dimacel 1997 – eine besondere Herausforderung, weil die Rutronik Mitarbeiterzahl damit sprunghaft um rund die Hälfte von 400 auf fast 600 Mitarbeiter gestiegen ist. Die Eingliederung ist sehr erfolgreich verlaufen, trotzdem blieb sie die Ausnahme: Rutronik ist fast komplett ohne Übernahmen und Zukäufe organisch gewachsen.