FBDi/DMASS Aktuelle Zahlen aus der Distribution

Georg Steinberger, Vorsitzender des FBDi und Chairman der DMASS

Wie entwickelt sich die Distribution im aktuellen Marktumfeld? Auf der electroncia gab Georg Steinberger, Vorsitzender des FBDi und Chairman der DMASS einen Vorab-Einblick in die aktuellen Zahlen.

Nachdem der deutsche Distributionsmarkt in den letzten beiden Jahren nach dem Rekordjahr 2011 relativ unterdurchschnittlich war, glänzt Europas größter Distributionsmarkt in diesem Jahr voraussichtlich wieder durch ein sehr ordentliches einstelliges Wachstum. Nach Auskunft von Steinberger rechnet die Branche mit einem Wachstum von etwa 6 Prozent. Über Europa soll wird sich das Jahr 2014 laut den Zahlen der DMASS wohl um 7 Prozent bewegen. Der Russland/Ukraine Konflikt wirkt sich laut Steinberger offensichtlich noch nicht deutlich auf die Distributionsbranche aus. Für 2015 trüben sich die Aussichten allerdings etwas ein. »Makroökonomisch sieht es bekanntlich nicht allzu rosig aus. Insofern rechnen wir nicht damit, dass die Bäume für die Distribution in den Himmel wachsen«, so Steinberger. Soweit der Gesamteindruck - nachfolgend einige Zahlen im Detail:

Im dritten Quartal wuchs der Distributionsmarkt in Deutschland laut FBDi nach Umsatz in Deutschland um knappe 6 Prozent im Quartalsvergleich. Die Book-to-Bill lag bei 1. »Kumuliert verbuchen wir laut FBDi für Q1 bis Q3 edin Wachstum von 6 Prozent. Wir wachsen also schneller als die deutsche Wirtschaft insgesamt«, unterstreicht Steinberger. Bei den Halbleitern betrug das Wachstum 6,3 Prozent (Q1 bis Q3), bei den Passiven 2,4 und bei der Elektromechanik 3,4 Prozent. Die Stromversorgungen legten um 10,5 Prozent zu. Das relativiert Steinberger insofern, als dass diese Produktgruppe nur zwei Prozent vom Gesamtanteil des durch den FBDi erfassten Umsatzes ausmacht. Der Löwenanteil mit über 60 Prozent entfällt noch immer auf die Halbleiter. »Nach Produktgruppen läuft es gut bei den Halbleitern, Speichern sowie bei Power und Sensorik«, führt Steinberger aus. Speziell bei der Sensorik habe die Distribution aber auch noch einen Nachholbedarf. Insofern verwundere es nicht, dass die Sensorik derzeit stark zunimmt.

Beim Blick auf Europa zeigt sich eine ähnliche Tendenz, die DMASS Statistik protokolliert aber ausschließlich Halbleiter. Auch bei DMASS lief das Q3 gut. Der Umsatz wuchs um 7,3 prozent auf 1,52 Mrd. Euro. Regional gibt es wie zu erwarten allerdings teils deutliche Unterschiede. Während UK und Deutschland überdurchschnittlich wuchsen, schnitten Italien und Frankreich sowie Nordic, Benelux und die Schweiz unter dem Durchschnitt ab. Osteuropa wuchs erwartungsgemäß erneut überdurchschnittlich. »Diskrete und Power, Analog und Opto laufen gut, dagegen schneidet die programmierbare Logik unterdurchschnittlich ab«, erläutert Steinberger.