Hohe Auswahl-Anforderungen AC/DC-Netzteile >500Watt – ein Fall für die Distribution?

Jens Egbers, MEV
»Im Leistungsbereich >500W sind die elektrischen Eigenschaften und Formfaktoren nicht mehr so einfach vergleichbar.«
Jens Egbers, MEV: »Im Leistungsbereich >500W sind die elektrischen Eigenschaften und Formfaktoren nicht mehr so einfach vergleichbar.«

AC/DC-Netzteile gehören mittlerweile zum Portfolio vieler Distributoren. Die Auswahlmöglichkeiten sind groß, aber fast alle Netzteile sind im Leistungsbereich <500 W angesiedelt. Wird der Leistungsbereich höher, steigen auch die Herausforderungen bei der Auswahl.

Die Maße und elektrischen Eigenschaften von Netzteilen <500 W weichen von Hersteller zu Hersteller teilweise nur geringfügig voneinander ab. Formfaktoren wie 2“ x 4“ und 3“ x 5“ haben sich als Standard durchgesetzt. Die meisten Netzteile haben eine aktive PFC-Stufe und halten die Grenzwerte für die leitungsgebundenen Störungen der Klasse B nach EN55022 ein.

»Im Leistungsbereich >500W sind die elektrischen Eigenschaften und Formfaktoren nicht mehr so einfach vergleichbar«, weiß Jens Egbers, Manager FAE-Team von MEV. »Zum einen sind diese Netzteile mit den verschiedensten analogen und digitalen Schnittstellen ausgestattet, zum anderen sind die mechanischen Abmessungen sehr unterschiedlich.« Anders als im kleineren Leistungsbereich sind Netzteile in dieser Leistungsklasse oft konfigurierbar und modular aufgebaut. Der Vorteil: »Hier kann für jeden Anwendungsfall das ideale Netzteil mit individuellen Ausgangsspannungen und Leistungen zusammengestellt werden«, so Egbers.

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AC/DC-Netzteile

Höhere Leistungsbereiche = höhere Auswahl-Anforderungen

Der Distributor kann hierbei die entscheidende Rolle spielen, indem er das Netzteil  für den Kunden erstellt und innerhalb eines Tages versendet. So steht dem Entwickler kurzfristig ein Netzteil zur Verfügung, dass er in seiner Applikation testen kann. Bei MEV Elektronik wird das durch ein Applikationsteam und das hauseigene Labor in der Regel innerhalb eines Tages realisiert.

Für Distributoren besteht die Herausforderung darin, diese Schnittstellen und Bussysteme genau zu kennen und die Applikation des Kunden zu verstehen. Nur so kann der Distributor optimal bei der Integration der Netzteile helfen. Um die Vielfalt der Möglichkeiten zu demonstrieren, verwendet das MEV-Applikationsteam Graphical User Interfaces. Damit lassen sich die unterschiedlichen Funktionen der Netzteile sehr anschaulich präsentieren, und es kann vor Ort schnell ein gemeinsamer Lösungsweg erarbeitet werden.

Besondere Anforderungen an die Netzteile stellen nach Auskunft von Egbers Anwendungen mit schnellen Lastwechseln. Beispiele dafür sind Laser- oder UV-LED-Applikationen. »Hierbei ist das Regelverhalten enorm wichtig, deshalb müssen die Netzteile sehr sorgfältig ausgesucht werden. Lastsprünge, Regelverhalten und die Alterung der verwendeten Kondensatoren spielen hier eine große Rolle«, schildert der MEV-Experte. Das Applika-tionsteam der MEV unterstützt bei den Messungen vor Ort oder im MEV-Labor. Auch die Redundanzfähigkeit der Netzteile, das EMV-Verhalten, Sicherheitszulassungen und die Hotplug-Fähigkeit sind in diesen Leistungsbereichen sehr wichtig. »All diese Punkte müssen detailliert erörtert werden. Für das Design-in von Netzteilen im hohen Leistungsbereich sind also das spezielle Know-how und die technische Ausstattung des Distributors entscheidende Faktoren«, fasst Egbers zusammen.