Minus 10,8 Prozent, aber ... »2012 war das zweitbeste Jahr in der Distributions-Historie«

Die europäische Halbleiterdistribution schloss das vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 5,7 Mrd. Euro mit einem Minus von 10,8 Prozent gegenüber 2011 ab, so das Fazit der DMASS (Distributors’ and Manufacturers’ Association of Semiconductor Specialists).

Dennoch gibt es auch eine versöhnliche Botschaft: 2012 war immerhin das zweitbeste Jahr in der Historie der Distribution.

Für das Minus im Jahresvergleich verantwortlich war laut DMASS vor allem das erste Halbjahr, das dem Rekordwert von 2011 nichts entgegenzusetzen hatte. In Q4 schrumpfte das Minus auf »nur« 6,4 Prozent. Dass 2012 die Rekordmarke nicht halten kann, war allerdings vorhersehbar: »Das Minus  traf die Branche nicht unvorbereitet«, wie Georg Steinberger erklärt, Chairman der DMASS. Wenngleich es angesichts des Preisdrucks und der steigenden Anforderungen sicher unglücklich sei.

Regional betrachtet hebt sich die Situation deutlich von den Vorjahren ab: Während 2010 und 2011 Deutschland und Osteuropa inklusive Russland kontinuierlich Marktanteile  gegenüber den anderen Regionen gewannen, traf es  Deutschland im letzten Jahr mit einem Minus von 16,2 Prozent und einem Umsatz von 1,85 Mrd. Euro härter als den Durchschnitt. Der Marktanteil der deutschen Halbleiterdistributoren sank von 34 auf 31 Prozent. Osteuropa dagegen wuchs um 8 Prozent, Russland sogar um 16 Prozent – beide Regionen erwirtschafteten insgesamt 834 Million Euro.

Die weiteren Märkte im Überblick: Italien schlägt mit Minus 18, 8 Prozent (518 Million Euro) zu Buche, UK mit einem Minus von 8,8 Prozent (486 Million Euro). Der französische Markt schrumpfte um 8,8 Prozent auf 415 Million Euro und Nordic um 17,4 Prozent auf 567 Million Euro. Nach Ansicht von Steinberger ist Deutschlands Schwäche segmentabhängig und auch die Folge einer 24-monatigen »überhitzten« Wachstumsperiode 2010/2011.

Produktseitig betrachtet litten die diskreten Bauelemente, Power, MOS Micro und Standard Logik am meisten, mit einem Minus von 15 bis 20 Prozent, während Opto, Analog, Memories und programmierbare Logik und andere Logikbausteine zwischen 4,3 und 9,9 Prozent verloren. Das einzigen Produktbereiche, die seit Jahren stetig zulegen sind die Sensoren, High-Power-LEDs, NAND-Flash and DRAMs.