MSC Technologies will mit Displays weiter wachsen 100 Millionen Euro Jahresumsatz in spätestens drei Jahren

MSC Technologies hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren zur Nummer 1 unter Europas Display-Distributoren aufzusteigen. Ermöglichen soll das laut Klaus Hagenacker, Director Display Solutions von MSC Technologies, neben einem lückenlosen Portfolio an Fremd- und Eigenprodukten vor allem die Systemkompetenz des neuen Avnet Speedboats.

Markt&Technik: Worin unterscheidet sich MSC Technologies von anderen Display-Distributoren?

Klaus Hagenacker: Als Partner von derzeit über 20 Display- und Zubehör-Herstellern können wir unseren Kunden nicht nur das vermutlich breiteste Produktspektrum in ganz Europa, sondern auch einen besonders umfangreichen und in dieser Art in der Distribution ziemlich einzigartigen technischen Support bieten. Die Produkt- und Applikationsspezialisten von MSC Technologies unterstützen Anwender nicht nur bei der Auswahl des Displays mit dem jeweils besten Preis/Leistungsverhältnisses. Auf Kundenwunsch übernehmen wir auch schon mal die komplette Applikationsentwicklung, im Bedarfsfall können wir sogar bis hin zum kompletten Gerät alles aus einer Hand liefern. Das unterscheidet uns ganz klar von der Masse der Wettbewerber, die sich in der Regel vorwiegend auf den reinen Handel beschränken, und hilft uns natürlich dabei, unsere ehrgeizigen Wachstumsziele in Richtung 100 Millionen Umsatz Euro in spätestens drei Jahren zu realisieren. 

Das derzeitige Standard-Produktspektrum von MSC Technologies umfasst etwa 600 unterschiedliche TFT-Color-LCDs und 180 monochrome LC-Displays. Gibt es einen ausgemachten Favoriten unter den Displays?

DEN Display-Favoriten schlechthin gibt es bei MSC Technologies nicht. Dazu sind die Applikationen und Anforderungen der Kunden hinsichtlich Display-Größe, Helligkeit, Ablesewinkel, Betriebstemperaturbereich etc. viel zu unterschiedlich. Die Beliebtheit von Displays allein nach Umsatz oder Stückzahlen zu ermitteln, ergibt schon deshalb keinen Sinn, weil im industriellen Bereich beispielsweise 7“-Displays in viel größeren Mengen verwendet werden als 22“-Panels. Nichtsdestotrotz gibt es eine Vielzahl von Anwendungen, für die ein 22“-Display möglicherweise die perfekte Lösung ist. 

Wenn ein Display in ein oder zwei Projekten in großen Stückzahlen läuft, bedeutet das noch lange nicht, dass es hierfür besonders viele Interessenten gibt. Grundsätzlich lässt sich aber feststellen, dass 4:3-Versionen im Industriebereich noch immer in wesentlich größeren Stückzahlen laufen als Modelle mit Weit-Formaten wie beispielweise 16:10. Besonders gefragt sind bei uns derzeit die 15“-Modelle von allen Herstellern, insbesondere auch die bei ungünstigen Lichtverhältnissen und starker Sonneneinstrahlung noch gut ablesbaren EVT-Displays (Enhanced View Technology) von NLT, gefolgt von 10,4“- und 12,1“-Panels namhafter Hersteller wie AUO, Innolux oder KOE. 

Auch größere Panels mit einem besonders lukrativen Preis-Leistungs-Verhältnis wie beispielsweise das 21,5“-Display LM215WF3-SLC1 von LG oder das mit seiner hohen Bildqualität beeindruckende 27“-Panel P270HVN01.1 von AUO stoßen in besonders hochwertigen Applikationen zunehmend auf Interesse. In Applikationen, die sich im Grenzbereich zwischen Industrie- und Consumer-Anwendung bewegen, dominieren allerdings eindeutig 4,3“- und 7“-Panels, wobei viele Kunden besonders in diesem Segment sehr stark auf bestmögliche Ausgewogenheit von hoher Zuverlässigkeit und niedrigem Preis achten. 

Im Konsumbereich haben Touch-Technologien mit Smartphones und Tablet-PCs längst den großen Durchbruch erzielt. Wie sieht es im Industriebereich aus? 

Egal ob Medizintechnik, öffentliche Verkehrsmittel, Bank-Terminals oder Maschinensteuerungen: Spätestens seit Einführung der PCT-Technologien (Projected Capacitive Touch), die es erlauben, eine grafische Oberflächenbedienung sogar durch bis zu 10 mm dickes Schutzglas zu realisieren, beobachten wir auch in diesen Bereichen eine rasant steigende Nachfrage nach Touch-Lösungen. Wie groß diese Nachfrage inzwischen ist, sieht man unter anderem auch daran, dass sich bei MSC Technologies die Zahl der mit Touchscreen verkauften Displays in den letzten drei Jahren bereits mehr als verzehnfacht hat. Um den hohen Kundenansprüchen gerecht werden zu können, haben wir schon vor vier Jah-ren ein hochqualifiziertes Design- und Applikationsteam zusammengestellt, das unter ande-rem eigene PCT-Touchfolien entwickelt und in einer eigenen Fertigung in China produzieren lässt. 

Parallel dazu setzen wir im Bereich PCT-Touch Panels seit jeher auf besonders innovative und erfahrene Lieferanten. So können beispielsweise von Zytronic neben einer großen Zahl an Standard PCT Touch-Versionen auch kundenspezifische Panels ohne zusätzliche NRE-Kosten angeboten werden. Hauchdünne Drähtchen in der Touchfolie erzeugen ein elektrisches Feld, dessen Beeinflussung über einen speziellen, von Zytronic selbst entwickelten Controller ausgewertet wird. Damit sind bei Touch Screen-Größen von bis zu 70“ bis zu 40 Touch-Punkte unabhängig und gleichzeitig bedienbar.