Ganz so einfach ist Autos bauen nicht Tesla-Model 3 zu stark automatisiert

Wer gehofft hat, Teslas Model 3 in natura zu sehen, wird enttäuscht - die Kalifornier stellen nicht auf der IAA aus.
Tesla-CEO Musk übt Selbstkritik: Zu viel Automatisierung in der Fertigung, zu viel Funktionen ins Auto gedrückt, zu viel auf einmal gewollt. Deshalb erreicht das Model 3 die anvisierten Produktionszahlen nicht.

Übertriebene Automatisierung haben die Produktionsprobleme des Model 3 verschärft, Schuld sei er selber, sagt Tesla-CEO Musk.

In einem Interview des TV-Senders CBS bestätigte Musk, dass Roboter die Fertigung in einigen Fällen verlangsamt hätten. »Wir hatten dieses verrückte, komplexe Netzwerk von Laufbändern. Und es funktionierte nicht, also sind wir es losgeworden«, nannte er als Beispiel.

Später fügte Musk bei Twitter hinzu: »Ja, die übertriebene Automatisierung bei Tesla war ein Fehler. Um genau zu sein, mein Fehler. Menschen sind unterbewertet.«

Es ist ein ungewöhnliches Eingeständnis für Musk, der sich stets fasziniert vom Potenzial der automatisierten Produktion zeigte. Er sprach von der »Maschine, die Maschinen baut«, und Robotern, die sich schneller bewegen, als das menschliche Auge erkennen kann. Um die Vision umzusetzen, kaufte Tesla unter anderem den deutschen Maschinenbauer Grohmann aus Prüm in Rheinland-Pfalz.

Musk sagte in dem Interview auch, dass ins Model 3 »zu viele neue Technologien auf einmal reingepackt« worden seien. »Das hätte gestaffelt werden müssen.« Das Model 3 soll mit einem Preis von 35.000 Dollar vor Steuern und Vergünstigungen Elektromobilität aus der Nische in einen breiteren Markt bringen. Tesla bekam über 400.000 Reservierungen für das Fahrzeug, müht sich aber seit dem offiziellen Produktionsstart im Sommer 2017, sie abzuarbeiten.

Der Firmenchef wollte die Produktion bereits zum Ende des vergangenen Jahres auf 5.000 Wagen pro Woche bringen. Dieses Ziel wurde auf Ende Juni verschoben. Ende März fertigte Tesla gut 2.000 Model 3 wöchentlich.