Continental Surround View Kamera als Rückfahrassistent

Continental demonstriert in einem Prototypfahrzeug, dass sich Surround View-Kameras für eine Rückfahrassistenz nutzen lassen.
Continental demonstriert in einem Prototypfahrzeug, dass sich Surround View-Kameras für eine Rückfahrassistenz nutzen lassen.

Continental hat zusammen mit dem Allianz Zentrum für Technik (AZT) einen Rückfahrassistenten rein auf Kamerabasis demonstriert. Der Back-up Assist hilft, Kollisionen beim Rückwärtsfahren im niedrigen Geschwindigkeitsbereich zu vermeiden.

In einem Prototypen-Fahrzeug von Continental wurden vier Fischaugenkameras verbaut – eine vorne am Kühlergrill, eine am Heck und je eine im Fuß der Seitenspiegel. Jede Kamera hat mehr als 180° Öffnungswinkel, so dass sie das Fahrzeugumfeld lückenlos in 360° Umkreis erfassen. Bei der Bildauswertung werden Objekte im Fahrbereich des Fahrzeugs erkannt, die den benötigten Freiraum für das Rangieren einschränken. Continental nutzt beim Back-up Assist die Bildauswertung der hinteren Kamera dafür, um eine Kollision mit Objekten hinter dem Fahrzeug zu vermeiden. Dazu ist das Surround View-Steuergerät mit dem elektronischen Bremssystem des Fahrzeugs vernetzt und löst eine automatische Bremsung aus, wenn eine Kollision mit einem erkannten Objekt nicht mehr zu verhindern wäre.

»Verglichen mit den heute für diesen Zweck meist genutzten Technologien bietet die Surround View-Kameratechnik einige Vorteile«, so Dr. Benedikt Lattke, Projektleiter für Surround View in der Zukunftsentwicklung der Division Chassis & Safety. »Dazu zählt beispielsweise ihre Reichweite von bis zu 15 m und die Erkennung von Markierungen.« Mit der größeren Reichweite der Kameras steigt die Flexibilität, mit der sich die Bremseingriffsstrategie an das Konzept des Fahrzeugherstellers und die Erwartungen des jeweiligen Marktes anpassen lässt: von einem späten, energischen Eingriff bis zu früheren und sanfteren Bremsungen. In Kombination mit zusätzlichen Bildauswertungen oder der Fusion mit anderen Sensoren erhöht sich die Robustheit des Back-up Assists zusätzlich.

Eine weitere Stärke der Kameratechnik besteht darin, dass sie nicht nur das Vorhandensein von Objekten erfasst, sondern diese Objekte auch beispielsweise als Fußgänger oder Radfahrer klassifizieren kann. In den USA bietet die Surround View-Technik Potenzial für die in den USA ab 2017 in Neufahrzeugen vorgeschriebenen anzeigenden Rear View-Systeme. Da der Back-up Assist ohne weitere, über die rückwärtige Kamera hinausgehende, Komponenten realisierbar ist, kann er als Fahrzeugfunktion einen zusätzlichen Mehrwert bieten. Im Zuge der weiteren Entwicklung arbeitet Continental unter anderem auch an assistierten und automatisierten Parkvorgängen mit der Zielsetzung der Vermeidung von Kollisionen mit Objekten neben dem Fahrzeug beim Parken und Rangieren, da insbesondere Beschädigungen der Beifahrerseite für einen Großteil der Schadenszahlungen bei Versicherungen verantwortlich sind.