Uber in der Krise Spitzenmanager von Uber geht im Streit

So schön könnte es sein: Glücklicher Fahrgast und glücklicher Fahrer auf der Website von Uber
So schön könnte es sein: Glücklicher Fahrgast und glücklicher Fahrer auf der Website von Uber

Schlimmer kann es für ein Unternehmen kaum kommen: Die Nummer 2 verlässt nach nur einem halben Jahr Uber – und lästert kräftig über den alten Arbeitgeber. Tritt Uber-CEO Kalanick zurück?


»Die Überzeugungen und das Verständnis von Führung, die meine Karriere begleitet haben, sind inkonsistent mit dem, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe«, mit diesen Worten zitieren Zeitungen wie das Handelsblatt und die FAZ Jeff Jones, bisher President. Er galt als die Nummer 2 hinter CEO Travis Kalanick. Verschiedene Medien berichten, dass Kalanick jetzt sogar zurücktreten könnte.

Erst kürzlich war er in die Schlagzeilen geraten, weil er einen Fahrer beschimpfte. Daraufhin erklärte Kalanick, dass er überfordert sei, was für einen CEO eher ungewöhnlich ist. »To say that I am ashamed is an extreme understatement«, ließ er in seinem Entschuldigungsschreiben an die Mitarbeiter verlauten. Deshalb suchte er nach einem COO zu seiner Unterstützung und twitterte: »We're looking for a Chief Operating Officer—a peer who can partner with me to write the next chapter in our journey.« Das wiederum dürfte Jeff Jones kaum amüsiert haben.

Im Sumpf

Außerdem hat sich Uber noch mit zahlreiche weiteren unangenehmen Affären herumzuschlagen. So gibt es Anzeichen dafür, dass Uber eigentlich sinnvolle Software dazu missbraucht habe, um Behörden auszutricksen.

Zu allem Überfluss sieht sich Uber auch noch verdächtigt, über einen neuen Mitarbeiter Internas der Entwicklung von Google zum autonomen Auto gestohlen zu haben: Die Alphabet-Tochter Waymo hatte Uber verklagt, weil das Unternehmen dem ehemaligen Mitarbeiter Anthony Lewandowski vorwarf, mehr als 14.000 Dokumente gestohlen zu haben.

Lewandowski hatte maßgeblich an der Entwicklung des selbstfahrenden Autos von Google mitgearbeitet und soll sein Wissen – insbesondere zu LIDAR-Systemen – an Uber verraten haben. Er hatte Google zuvor verlassen und eine neue Firma gegründet. Nach nur wenigen Monaten kaufte Uber den Start-up für 680 Mio. Dollar. Denn Uber will ein eigenes selbstfahrendes Auto entwickeln. Dagegen hatte Uber auf einstweilige Verfügung geklagt.

Auch ein weiterer Mitarbeiter, der von Google zu Uber stieß, sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: Er soll Google verlassen haben, weil es dort in seinem Umfeld zu sexuellen Übergriffen gekommen sei.