Deutscher Automarkt Rabatte führen zu Blase

Die beeindruckende Technik eines Dieselmotors: Die Dieseleintauschprämien könnten allerdings zur Blasenbildung führen.
Die beeindruckende Technik eines Dieselmotors: Die Dieseleintauschprämien könnten allerdings zur Blasenbildung führen.

Dauerhaft hohe Preisnachlässe könnten auf dem deutschen Automarkt eine Blase entstehen lassen.

Bis zu 1,15 Millionen Autos könnten eingetauscht und aus dem Verkehr gezogen werden, gut 6 Prozent des Diesel-Bestandes, meint Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. Denn die Diesel-Eintauschprämien hätten die Rabatte im Jahr 2017 auf bislang nicht gekannte Höhen getrieben, schreibt der in der Dezember-Ausgabe seiner regelmäßigen Rabattstudie.

Ihnen stünden aber schon 1,3 Millionen neu zugelassene Diesel-Fahrzeuge entgegen, die trotz Euro 6-Norm mehrheitlich hohe Mengen Stickoxide ausstießen. Die Diesel-Prämien blieben daher Verkaufsförderaktionen mit einem wenig messbaren Nebeneffekt.

Darüber hinaus sei der Umwelteffekt durch die aus dem Verkehr gezogenen Alt-Diesel nicht geeignet, die befürchteten Fahrverbote in einzelnen Städten zu verhindern, schreibt Dudenhöffer.

Nach Marktbeobachtungen des Instituts werden einzelne Modelle wie beispielsweise der Ford Focus mit einem offen beworbenen Umweltbonus von mehr als 40 Prozent in den Markt gedrückt, wenn dafür ein älteres Dieselfahrzeug eingetauscht wird. Dazu kamen auch im Dezember zahlreiche taktische Tageszulassungen sowie die Rabatte bei Internet-Händlern.

Nach Abebben der jüngst noch verlängerten Rabattwelle werde es schwer werden, weitere Neuwagen zu verkaufen, warnte Dudenhöffer die Industrie. In einem gesättigten Markt wie Deutschland erzeugten hohe Rabatte keine zusätzliche Nachfrage, sondern allein Vorzieheffekte, die man im Laufe des Jahres spüren werde.