Roland Berger-Studie Ölpreis bleibt in den nächsten 5 Jahren stabil

Die Experten von Roland Berger prognostizieren in ihrer aktuellen Studie zur Ölpreisentwicklung "Lower for much longer - Adam Smith in the Permian", dass der Ölpreis in den kommenden fünf Jahren stabil bleiben wird.
Die Experten von Roland Berger prognostizieren in ihrer aktuellen Studie zur Ölpreisentwicklung "Lower for much longer - Adam Smith in the Permian", dass der Ölpreis in den kommenden fünf Jahren stabil bleiben wird.

Laut einer aktuellen Roland Berger-Studie bleibt der Ölpreis in den kommenden fünf Jahren auf seinem jetzigen Niveau zwischen 45 – 55 Dollar pro Barrel.

»Wir erwarten technische Weiterentwicklungen, die die Förderkosten nochmals senken und ein ausreichendes Ölangebot garantieren werden«, erklärt Roland Berger-Partner Walter Pfeiffer. »Dazu kommt eine schwächelnde OPEC, die den Preis auf dem jetzigen Stand stabil hält.«

OPEC verliert Einfluss auf den Ölpreis

Indem die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) die eigene Förderquote steuerte, hat sie den Weltmarktpreis über Jahrzehnte bestimmt. Heute funktioniert das System nicht mehr. »Wenn die OPEC heute die Fördermengen senkt und der Ölpreis dadurch ansteigt, wird das fehlende Angebot durch die neuen Produzenten aus den USA ersetzt und der Preis bleibt stabil«, beschreibt Pfeiffer die veränderte Situation. »Dadurch verliert die OPEC Marktanteile und den Mitgliedern entgehen wichtige Einnahmequellen.«

Die Staatshaushalte der OPEC-Staaten sind aber auf die Einnahmen aus der Ölproduktion angewiesen. Während der Großteil der OPEC-Staaten beschlossen hat, die Fördermengen zu reduzieren, gibt es einige Ausnahmen: So sind Länder wie Nigeria oder Libyen aufgrund der angespannten politischen Situation von Senkungen ihrer Fördermengen ausgenommen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait wollen ihre Produktion in den kommenden fünf Jahren weiter erhöhen. Hinzu kommt der Iran, der nach dem Ende der Sanktionen seine Produktion wieder hochfährt. Dadurch verliert die OPEC im globalen Preiswettbewerb an Macht.

»Unternehmen in der Ölindustrie sollten nicht auf einen steigenden Ölpreis spekulieren, sondern das niedrigere Niveau akzeptieren und ihre Geschäftsmodelle den neuen Marktgegebenheiten anpassen.«, empfiehlt Walter Pfeiffer.