Kommentar Mit Autonomie zu mehr Fahrzeug-Pools

Manne Kreuzer, Ltd. Redakteur, MKreuzer@markt-technik.de

Die transmodale Elektromobilität löst das Problem der Reichweite sehr elegant und trifft den Zeitgeist der Jugend.

Es gibt einige Trends die unser bisheriges Verständnis von Mobilität mittelfristig über den Haufen werfen könnten: Waren früher der Führerschein und das erste eigene Auto für viele Jugendliche die Eintrittskarte für Freiheit und Selbstständigkeit, schwindet dies Bedürfnis in der aktuellen Generation zunehmend – zumindest in der westlichen Welt. Dann sind da die zahllosen Staus, die einem die Freude am Fahren fast täglich austreiben. Und diverse Städte wollen Dieselfahrzeuge verbannen. Als „Sahnehäubchen“ will die Europäische Kommission die Zahl der Verkehrstoten deutlich reduzieren und verlangt nach machtvollen Fahrerassistenzsystemen.

Versucht man alle diese Trends unter einen Hut zu bringen, läuft es auf autonome Elektrofahrzeuge hinaus - und damit sind nicht nur Autos gemeint. So hat beispielsweise Airbus ein Konzept entwickelt, bei der eine Passagierkapsel von einer autonomen Bodengruppe zu einer autonomen Hubschraubereinheit wechseln kann. Nicht nur die Führerscheinlosen hätten ihren Spaß, auch viele Staugeplagte würden nichts gegen eine Flucht in die dritte Dimension einwenden.

Bleibt nur das Problem mit der Reichweite. Klar, man kann mehr Akkus einbauen, das braucht aber Platz, bindet Kapital und erhöht die Fahrzeugmasse – für Flugeinheiten ein besonders kritischer Punkt. Alternativ kann man das Fahrzeug häufiger laden oder viel bequemer: es zieht autonom los und lädt sich selbst.

Aber muss man wirklich ein autonomes Fahrzeug selbst besitzen? Für einige mag es ja einen Reiz haben, mit seinem Statussymbol als Erster das nächste Stauende zu erreichen. Andere wollen von Punkt A nach B möglichst bequem und billig und haben gelegentlich bei erhöhtem Transportbedarf den Wunsch nach einem geräumigeren Gefährt und manchmal darf es sogar auch etwas schneller gehen. Hat man Zugang zu einem Fahrzeug-Pool, könnte man seinen Bedürfnissen individuell nachgehen - zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Die Kostenfrage ist wohl noch das kleinste Problem, die technische Machbarkeit ist auch nicht strittig, bleibt nur die Frage: Will man umdenken und vertraut den autonomen Mobilitätseinheiten?