Forschungsprojekt DIANA Kürzerer Werkstattaufenthalt

Audi, Continental, Infineon Technologies, ZMDI, Universitäten und Forschungseinrichtungen haben gemeinsam Verfahren entwickelt, mit denen sich die Analyse- und Diagnosefähigkeiten in ECUs im Fahrzeug verbessern lassen und so eine schnellere Fehlerbehebung in der Werkstatt möglich wird.

Das Ganze lief unter dem Projekt DIANA, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung und des Programms "Informations- und Kommunikationstechnologie 2020" (IKT 2020) mit einem Beitrag von etwa 4,8 Mio. Euro gefördert wurde.

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts und der vier genannten Unternehmen sowie mit Unterstützung vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen Dresden, der Universität der Bundeswehr München und den Universitäten Cottbus, Erlangen-Nürnberg und Stuttgart wurde der Weg für die "Durchgängige Diagnosefähigkeit in Halbleiterbauelementen und übergeordneten Systemen zur Analyse von permanenten und sporadischen Fehlern im Gesamtsystem Automobil" (DIANA) geebnet.

Da immer mehr elektronische Steuergeräte (ECUs) im Auto sitzen, und erfahrungsgemäß die eigentliche Ursache vieler gemeldeter Fehler in der Fahrzeugelektronik nicht einwandfrei feststellbar sind, bleibt der Werkstatt oft nur die Möglichkeit, einen Fehler anhand der Fehlerbeschreibung systematisch durch Austausch von Systemkomponenten einzugrenzen und so zu beheben.

Dieses nicht sonderlich effiziente Verfahren könnte bald der Vergangenheit angehören. So erklären die Projektpartner, dass sich Elektronikstörungen im Automobil auf Basis der in DIANA erarbeiteten Verfahren in Zukunft schneller und deutlich effizienter erkennen und beheben lassen. Entscheidende Grundlage hierfür sind Verfahren der Qualitätskontrolle aus der Produktion der Halbleiterindustrie. Diese Verfahren wurden von den DIANA-Forschungspartnern so weiterentwickelt, dass die im Fahrzeug verbauten Chips unmittelbar für die Eigendiagnose des Fahrzeugs genutzt werden können. Als Ergebnis daraus können sich vor und während der Fahrt auch die elektronischen Steuergeräte des Fahrzeugs fortlaufend selbst überprüfen. Auf Basis dieser in kontinuierlicher Eigendiagnose gewonnenen Daten lassen sich Fehlfunktionen frühzeitig erkennen, denn die Diagnosedaten werden vorverarbeitet an übergeordnete Systemkomponenten des Steuergeräts übergeben. Davon profitieren die Mechatroniker in der Werkstatt dann bei der Fehlerdiagnose.

Bewähren sich die Diagnosetechniken im Fahrzeug, bieten sich weitere sicherheitsrelevante Anwendungsfelder an, z.B. in anderen Verkehrssystemen wie Bahn oder Flugzeug oder auch in der Medizintechnik.