NXP/Cohda Wireless/Siemens Kooperation für intelligentes Verkehrsmanagement

Siemens will für die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen mit der umgebenden Verkehrsinfrastruktur (V2I) zukünftig auf Technologien von NXP Semiconductors und von Cohda Wireless zurückgreifen.

Siemens stattet zukünftig weltweit Verkehrsinfrastruktur wie Schilderbrücken oder Ampeln mit so genannten Road Side Units (RSUs) aus. RSUs sind auf WLAN-basierende Funkmodule, die Informationen wie Geschwindigkeitshinweise, Warnungen vor gefährlichen Situationen wie Glatteis auf der Fahrbahn, Stau- und Baustellenwarnungen innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde zuverlässig an vorbeifahrende Fahrzeuge oder Verkehrsleitzentralen übertragen. Gleichzeitig können sie die Informationen von Ampelphasen oder Anzeigen von Wechselverkehrszeichen entsprechend der aktuellen Verkehrssituation an Fahrzeuge übertragen. Somit sollen Staus, Unfälle und CO2-Belastungen reduziert werden.

NXP liefert hierfür die Funk-Chipsätze. Gleichzeitig ist NXP führender Anbieter für diese Produkte auch auf der Fahrzeug-Seite, so dass Fahrzeuge mit den Siemens Road Side Units sowie auch untereinander kommunizieren können. Ein wichtiger Bestandteil der Technologie ist Datenschutz und Manipulationssicherheit: NXP sorgt mit einem Hardware-Sicherheitselement für die geschützte Kommunikation. Das Partnerunternehmen Cohda Wireless, an dem NXP Anteile hält, liefert Produkte zu und übernimmt Design- und Entwicklungs-Dienstleistungen rund um die RSU-Hardware und -Software, wobei das langjährige ITS-Knowhow und die Spezifikationen von Siemens zugrunde liegen. Cohda sorgt dabei für höchste Zuverlässigkeit und Qualität der Kommunikation auch in schwierigen Funksituationen – zum Beispiel zwischen Hochhäusern.

Der erste Auftrag ist bereits erteilt, um Teststrecken und Pilotprojekte wie beispielsweise die A58 in den Niederlanden, die A9 in Deutschland und das Living Lab in Österreich zu beliefern.

V2X-Technologie ergänzt mit seinen Funktionen optimal bestehende Fahrerassistenzsysteme wie Kameras und Radar, indem sie über zwei Kilometer Entfernung auch auf Gefahren hinter Kurven, Straßenecken oder sonstigen Sichthindernissen aufmerksam macht. Regierungen haben das Potenzial für Verkehrssicherheit weltweit erkannt; erklärtes Ziel des US-Verkehrsministeriums ist es, dass V2X-Technik ab 2021 in 100 Prozent aller Neuwagen integriert ist.