Takata Keine Insolvenzen in Europa

Wie wirkt sich der Verkauf von Takata an Key Safety Systems auf die Aktivitäten des Unternehmens in europa aus?
Wie wirkt sich der Verkauf von Takata an Key Safety Systems auf die Aktivitäten des Unternehmens in europa aus?

Wie wirkt sich der Verkauf von Takata an Key Safety Systems auf die Aktivitäten des Unternehmens in Europa aus?

Key Safety Systems (KSS), die zum chinesischen Zulieferer Ningbo Joyson Electronics von Jeff Wang gehört, übernimmt für 1,4 Mrd. Euro Takata. Die Verträge sollen in den kommenden Woche unterzeichnet werden, das Closing ist für das erste Quartal 2018 geplant. Takata geht dann vollständig in den Besitz von KSS über. Das betrifft also die japanischen, die amerikanischen und die europäischen Landesgesellschaften, die bisher recht unabhängig voneinander agiert haben.

Takata beschäftigt in Europa rund 15.000 Mitarbeiter, davon in Deutschland 3.000. Zunächst ändert sich in Europa nichts: Die Produktion läuft weiter, Insolvenzen sind nicht geplant.

Vom Verkauf ausgenommen sind Vermögensgegenstände wir etwa die Produktionslinien, auf denen die fehelrhaften, phasenstabilisierten Ammoniumnitrat-Gasgeneratoren (PSAN) gefertigt wurden, die zu den Rückrufaktionen geführt hatten.

In Europa fertigt Takata zwar auch Airbags und die Gasgeneratoren, allerdings werden die Produktionsstätten hier die mit den Rückrufen in Zusammenhang stehenden Typen bis zum Verkauf auslaufen lassen. In Europa arbeitet man seit längerem bereits an der Umstellung auf eine neue Generation von Gasgeneratoren. Dieser Wechsel soll im ersten Quartal 2018 abgeschlossen sein. »Wir werden hier weiterhin Airbags produzieren«, erklärte Unternehmenssprecher Georg Lamerz gegenüber Markt&Technik. »Wir stehen in Europa auf einer soliden finanziellen Basis, wir sind nicht von anderen Regionen abhängig und in Europa ist keine Insolvenz geplant.« Von den Rückrufen sei die europäische Gesellschaft nicht so stark betroffen gewesen wie die anderen Landesgesellschaften.

Sobald Key Safety Systems Takata übernommen hat, entsteht ein Zulieferer, der rund 60.000 Mitarbeiter beschäftigt und in 23 Ländern aktiv ist.  Takata beschäftigt rund 46.000 Mitarbeiter und betreibt 56 Werke in 20 Ländern. In Deutschland bestehen Werke in Aschaffenburg, Alberthausen bei  Bad Kissingen, Berlin, Döbeln, Elterlein, Freiberg, Schönblick und Ulm.

Die Takata Corporation (TKJP) und bestimmte japanische Tochtergesellschaften haben Verfahren in Japan nach dem Civil Rehabilitation Act eingeleitet, die TK Holdings, Inc. (TKH) sowie einige nordamerikanische Tochtergesellschaften haben in den USA Chapter 11-Verfahren eingeleitet, um den Verkauf zu implementieren und um Kosten sowie Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit den Airbag-Rückrufen zu bewältigen.  Eine aus 14 Automobilherstellern bestehende Kundengruppe arbeitet an einer Finanzierung für die Restrukturierung von TKJP und TKH.

»Wir freuen uns, die Vereinbarungen mit Takata in den kommenden Wochen zu finalisieren, die Transaktion zu vollenden und sowohl unsere neuen als auch unsere langjährigen Kunden zu beliefern, während wir in die nächste Wachstumsphase für das neue KSS einsteigen«, sagte Jason Luo, Präsident & CEO von KSS. Für Ningbo Joyson Electronics ist Deutschland kein Neuland. 2011 waren die Chinesen bei Preh eingestiegen, Technisat Automotive gehört ebenso dazu.

Die vorgesehene Struktur für die potentielle Transaktion soll laut einer Pressemitteilung von Takata die ununterbrochene Aufrechterhaltung der Lieferkette sicherstellen. Beide Unternehmen erwarten eine schnelle und nahtlose Integration und bauen dabei auf die vereinten Kräfte der jeweiligen Management Teams, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.