Horrorjahr für Uber Kann der teuerste Start-up der Welt sich retten?

Das war einmal: Glückliche Fahrgäste, die gerne die Uber-Dienste in Anspruch nehmen. Jezt will das Unternehmen sein Image aufpolieren.
Das war einmal: Glückliche Fahrgäste, die gerne die Uber-Dienste in Anspruch nehmen. Jezt will das Unternehmen sein Image aufpolieren.

2017 bezahlte der teuerste Start-up der Welt den Preis für die Sünden der Vergangenheit – und bezahlt weiter.

Ein Ende der Aufräumarbeiten bei Uber ist nicht in Sicht: Als Anfang September ein neuer Chef an die Spitze des Fahrdienstvermittlers Uber rückte, sollte das ein Signal des Neuanfangs beim skandalgeschüttelten Start-up werden. Doch Dara Khosrowshahi, der vom Online-Reisebüro Expedia kam, wurde schon nach wenigen Wochen im Job von den Sünden der Vergangenheit eingeholt. London – ein Prestigemarkt für jede Firma – warf Uber raus.

Das US-Start-up agiere verantwortungslos, unter anderem wenn es um das Melden von Straftaten und medizinische Kontrollen der Fahrer gehe, hieß es zur Begründung. Khosrowshahi war nach dem aggressiven Auftreten der Vergangenheit bemüht, einen Ton der Demut anzuschlagen. Für Uber sei jetzt Zeit, darüber nachzudenken, wie es soweit gekommen sei, schrieb er in einer E-Mail an die Mitarbeiter: »Die Wahrheit ist, dass man für schlechten Ruf einen hohen Preis bezahlt.«

Cyberangriff verschwiegen

London ließ sich durch die Charme-Offensive nicht umstimmen, Uber musste ins Berufungsverfahren, der Ausgang ist offen. Und auf Khosrowshahi wartete schon die nächste Zeitbombe: Im November musste er einräumen, dass Uber seit Oktober 2016 einen Cyberangriff verschwieg, bei dem Hacker Daten zu 50 Millionen Passagieren und 7 Millionen Fahrern erbeutet hatte. Statt Betroffene und Behörden zu informieren, zahlte Uber den Hackern 100.000 Dollar und vertraute darauf, dass sie die Daten vernichtet hatten.

Die große Vertuschung wirft einen bleiernen Schatten auf die Ära des Mitgründers und langjährigen Chefs Travis Kalanick, unter dem die Firma zum wertvollsten Start-up der Welt wurde. Waghalsig steuerte er die Firma auf einen globalen Expansionskurs, setzte sich oft über geltende Regeln hinweg, brachte damit Behörden und Taxi-Fahrer gegen Uber auf.