EU-Förderprojekt HAVEit Hochautomatisiertes Fahren wird zukunftsfähig

Das EU-Förderprojekt HAVEit wurde im Februar 2008 gestartet
Das EU-Förderprojekt HAVEit wurde im Februar 2008 gestartet

Das EU-Förderprojekt HAVEit hatte zum Ziel, Kraftfahrzeuge durch Erhöhung des Automatisierungsgrads zukünftig noch sicherer, umweltfreundlicher und effizienter zu machen. Nach über drei Jahren Entwicklungsarbeit an intelligenten Fahrerassistenz-Systemen werden am 21. und 22. Juni 2011 in Borås (Schweden) sieben Fahrzeuge mit konkreten Ergebnissen präsentiert.

Die Ziele des EU-geförderten Forschungsprojekts HAVEit („Highly Automated Vehicles for Intelligent Transport“) bestehen in der Entwicklung von Konzepten und Technologien, mit denen Autofahrer entlastet, Unfälle verhindert und die Umweltbelastungen gesenkt werden. Insbesondere zielen die HAVEit-Forschungsarbeiten darauf ab, Fahrfehler von unaufmerksamen, überlasteten oder müden Fahrern auf ein Minimum zu reduzieren, zum Beispiel in Staus oder auf Langstreckenfahrten. Im Rahmen des Projekts wurden Fahrzeugkonzepte entwickelt, die mit modernsten, vernetzten Informations- und Sensortechnologien ausgestattet sind. Diese „intelligenten“ Fahrzeuge können dem Fahrer mit verschiedenen, situationsabhängigen Automatisierungsstufen assistieren, also Hinweise geben oder die Fahraufgabe zeitweise selbsttätig ausführen. Der Fahrer hat jedoch zu jedem Zeitpunkt die volle Kontrolle und bleibt selbst verantwortlich: Er muss das aktive System stets überwachen und kann das Fahrmanöver jederzeit wieder vollständig selbst übernehmen.

HAVEit wurde im Februar 2008 gestartet – die Ergebnisse der über dreijährigen Entwicklungsarbeit werden am 21. und 22. Juni 2011 auf einer Teststrecke von Volvo in Borås (Schweden) präsentiert. Von den dort präsentierten sieben Fahrzeugen beschäftigen sich vier mit der Entwicklung und Validierung von Applikationen für innovative Sicherheit, Komfort und umweltfreundliches Fahren. Dabei unterstützen hochautomatisierte Fahrsysteme den Fahrer sowohl bei Überlastung als auch bei monotonen Aufgaben. Des Weiteren werden der Kraftstoffverbrauch und die Effizienz der Fahrzeuge verbessert. Die Anwendungen, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden, sind eine Automated Roadwork Assistance sowie ein Temporary Auto-Pilot – beide Anwendungen werden jeweils in einem Pkw demonstriert. Daneben werden ein Lkw mit Automated Queue Assistance und ein Active Green Driving Hybridbus präsentiert.

Die anderen drei Fahrzeugen befassen sich mit der Sicherheitsarchitektur: Hier geht es um die Migration von Systemen, die sich im Fehlerfall abschalten, hin zu fehlertoleranten Systemen sowie zu einer sicheren Plattform für die zukünftige Entwicklung eines vollautomatisierten Fahrzeugs. Die daraus entstandenen Anwendungen sind ein Brake-by-Wire-Truck zum Einsatz auf öffentlichen Straßen, ein Joint System Interaction und ein Architecture Migration Demonstrator Fahrzeug.

Alle präsentierten und zu einem gewissen Grad automatisierten Fahrzeuge besitzen ein „Copiloten“-System, welches die Verkehrssituation sowie die Umgebung und den aktuellen Fahrzeugzustand analysiert. Hieraus ermittelt der Copilot optimale Fahrmanöver und führt diese je nach gewähltem Automatisierungsgrad durch. Damit kann zum einen der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden, da durch automatisiertes Fahren der Verkehrsfluss optimiert wird. Zum anderen steigert das automatisierte Fahren die Verkehrssicherheit, weil es dem Fahrer sowohl ermüdende als auch anstrengende Aufgaben abnimmt und ihn mental entlastet, zum Beispiel in Baustellenbereichen. Außerdem erfasst das System den Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers durch eine Onboard-Kamera, um ihn bei Unaufmerksamkeit vor drohender Gefahr rechtzeitig zu warnen oder im Notfall einzugreifen.