Einstiegspreis verzehnfacht Formel E wird wertvoll

In Zeiten des Klimawandels wird die Formel E immer attraktiver - vor allem auch weil sie sich zum Ziel gesetzt hat, die Elektrifizeirung von Alltagsfahrzeugen voranzutreiben
In Zeiten des Klimawandels wird die Formel E immer attraktiver - vor allem auch weil sie sich zum Ziel gesetzt hat, die Elektrifizeirung von Alltagsfahrzeugen voranzutreiben

Die Formel E ist eine Rennklasse für Rennwagen, die rein elektrisch fahren. Wer jetzt noch mitrfahren will,muss deutlich mehr bezahlen als die Einsteiger: Elektomobilität wird auch im Motorsport schick.

Innerhalb der FIA hat Prof. Burkhard Göschel das Konzept der neuen Rennklasse vorangetrieben, der Technikvorstand von BMW und zuletzt CTO von Magna war. Formel-E-Promotor ist der ehemalige spanische Politiker Alejandro Agag, der CEO von Formula E-Holdings, die für die Vermarktung der Formel E zuständig ist. 2014 ging die FIA Formel E mit dem ePrix von Peking in die ihre erste Rennsaison.

Ziel der Formel E ist es, die Elektromobilität voranzutreiben und dem Motorsport neue und jüngere Zuschauergruppen zu erschließen. Dazu haben sich die Organisatoren etwas ganz Besonderes einfallen lassen: den „Fan-Boost“. Die Formel-E-Fans können über Twitter, Instagram, die Formula-E-App und über die Formula-E-Homepage ihren Favoriten unter den Fahrern wählen. Damit verschaffen sie ihnen im zweiten Teil des Rennens einen zusätzlichen „Leistungsschub“: Die drei Fahrer mit den meisten Stimmen erhalten zusätzlich 30 kW, die sie über Knopfdruck abrufen können.

Das zeigt schon: Anders als in der Formel 1 kommt es nicht nur auf Geschwindigkeit – sie ist auf 225 km/h begrenzt –, sondern vor allem auf Effizienz und intelligenten Umgang mit der zur Verfügung stehenden Energie an. Das Rennen selber ist recht kurz, den Fahrern stehen zwei Autos mit vollgeladenen Batterien zur Verfügung. Nach der Hälfte des Rennens wechseln die Fahrer ihre Autos. Jedes Auto erhält im Rennen 170 kW, den FanBoost-Gewinner können sich also im zweiten Teil des Rennens über 200 kW freuen. Weil die Elektroautos leise und emissionsfrei sind, finden die ePrix-Rennen mitten in Großstädten wie Buenos Aires, Berlin, Paris oder zuletzt Hongkong statt. Die Rennen kommen also zu den Zuschauern, der Renntag selber erhält einen Event-Charakter mit buntem Programm um das Qualifying und das eigentliche Hauptrennen, das rund 50 Minuten dauert. Im eVillage beispielsweise können sich die Zuschauer über die Fortschritte in der Technik der Elektromobilität informieren.

Im Moment dürfen Verbesserungen nur im elektrischen Antriebsstrang vorgenommen werden. Die Batterie, die Karosserie, die Reifen und viele weiter Komponenten sind für alle Teams gleich. Damit will die Formal E laut Prof. Göschel sicherstellen, dass keine teuren und exotischen Techniken Einzug halten, sondern nur solche Techniken, die auch für die Serienfahrzeuge relevant sind und schnell in den Alltagsautos Anwendung finden.

Offenbar haben die Organisatoren den Nerv der Zeit getroffen, denn immer mehr Automobilfirmen wolle sich in der neuen sauberen Rennklasse engagieren. Bei der Gründung vor drei Jahren mussten die Renn-Teams 2,5 Mio. Euro für den Einstieg bezahlen. Derzeit fahren zehn Teams in der Formel E. Ab der Saison 2018/19 soll die Zahl auf 12 erhöht werden. Mercedes hat sich bereits das Einstiegsrecht gesichert. Wer das zwölfte Team sein wird, ist noch unklar. Allerdings ist der Preis beachtlich: Von mindestens 25 Mio. Dollar spricht Agag. Der Einstiegspreis hat sich also in drei Jahren verzehnfacht.

Auch die großen Städte der Welt reißen sich zunehmend darum, als Austragungsort für die Formel E ausgewählt zu werde. Derzeit bemühen sich beispielsweise Tokio und Yokohama sehr stark darum, ePrix-Austragungsort in der fünften Saison (2018/19) zu werden. Und so dürfte es nicht wundern, wenn der zwölfte Rennstall ab 2018/19 ebenfalls aus Japan kommen wird. Da nächste ePrix-Formel-E-Rennen findet kommende am 12. November in Marrakesch parallel zum Klimagipfel statt.