Rightware Die Benutzerschnittstelle wird digital

Die Benutzerschnittstelle wird digital.
Die Benutzerschnittstelle wird digital.

In der Mittelkonsole hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Den nächsten Schritt stellt die Digitalisierung des Kombiinstrumentes dar. Audi hat es bereits vorgemacht, doch die anderen Hersteller müssen folgen – aus vielerlei Gründen.

Audi ist mit seinem Audi virtual cockpit sicherlich Vorreiter, weshalb Olli Laiho, Director Product Marketing bei Rightware, das Unternehmen auch als Pionier in diesem Bereich bezeichnet. Er ist aber der festen Überzeugung, dass die anderen Hersteller folgen müssen. Technisch gesehen, stellt die Digitalisierung überhaupt kein Problem dar, denn die Fahrzeuge sind mit leistungsstarken Prozessoren ausgestattet, die anspruchsvolle Graphikdarstellungen problemlos ermöglichen. »Aber die Automobilindustrie muss erst noch lernen, wie sie diese Rechenleistung nutzen können, um die Benutzererfahrung zu verbessern« so Laiho weiter.

Doch nicht nur Laiho glaubt, dass die anderen Fahrzeughersteller ähnliche Ansätze nutzen werden, auch Marktforscher bestätigen diesen Trend. Sie erwarten, dass bis 2017 über 70 Prozent aller Neufahrzeuge mit einem volldigitalen Cockpit ausgestattet sein werden. Und ein Fahrer, der bereits ein Fahrzeug mit dieser Ausstattung hatte, würde niemals mehr ein Fahrzeug mit traditionellen Anzeigeinstrumenten kaufen, sondern auch in Zukunft nur noch Fahrzeuge mit digitalem Cockpit.

Laiho sieht noch einen Grund, der das digitale Cockpit vorantreibt: »Die Konkurrenz zwischen Automobilherstellern und Unternehmen wie Google oder Apple wird immer stärker. Automobilhersteller investieren verstärkt in die digitale Benutzererfahrung, so dass sie ihren Kunden den Wow-Effekt verschaffen können, mit dem sie dann mit Unternehmen wie Apple und Google durchaus konkurrieren können.« Darüber hinaus glaubt er, dass für das autonome Fahren digitale Benutzerschnittstellen absolut kritisch sind, »denn nur sie ermöglichen eine schnelle und effektive Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug«, so Laiho weiter.

Rightware soll von diesem Trend besonders profitieren. Das Unternehmen will bis 2017 rund 30 Prozent seines Umsatzes im Automotive-Markt erzielen. Seinen Ursprung hat das 2009 gegründete Unternehmen, mit Hauptsitz in Espoo/Finnland und diversen Niederlassungen überall in der Welt, in der Consumer-Industrie, denn anfänglich hatte sich das Unternehmen auf Technologien für Benutzerschnittstellen in Consumer-Geräten fokussiert. Der Wandel kam 2009, als Audi Rightware kontaktierte, um Unterstützung bei der Entwicklung eines digitalen Graphikkonzepts für die zukünftige Automotive-Plattform zu erhalten. Olli Laiho, Director Product Marketing bei Rightware, erklärt: »Damals wurde uns klar, dass die Digitalisierung von Fahrzeugen erst am Anfang steht, so dass wir anfingen, für die Automobilindustrie eine Benutzerschnittstelle zu entwickeln.«

Herauskam die »Kanzi UI Solution«, in dessen Entwicklung die Erfahrungen mit Mobilgeräten, Gaming-Systemen und embedded Graphik eingeflossen sind. Ziel war es, ein System zu entwickeln, das die bestmögliche User-Experience im Fahrzeug erlaubt.