Roland Berger Deutschland führend in der E-Mobilität? Leider nein!

Tesla kooperiert ab sofort mit Sixt.
Der US-Sportwagen Tesla S, der 2012 auf den Markt kam.

Der "Index Elektromobilität" von Roland Berger Strategy Consultants und der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen für das erste Quartal 2014 zeigt, dass Japan die Führungsposition bei der E-Mobilität hält.

Der Index vergleicht die Wettbewerbsposition der sieben führenden Automobilnationen (Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea) im Bereich der Elektromobilität. Dabei werden die Indikatoren Technologie, Industrie und Markt analysiert. Und da sieht es für die meisten Regionen außer Japan nicht gut aus.

Technologie - die Experten sind der Meinung, dass Deutschland seine Spitzenposition in der Technologie wieder an Südkorea abgebeben hat, da sich das Preis-Leistungsverhältnis in Deutschland leicht verschlechtert hat. Genau wie die USA setze Deutschland verstärkt auf das hochpreisige Segment des E-Mobilitätsmarktes. Das Problem hat Frankreich zwar nicht, aber hier wird die Dynamik in der Modellpalette bemängelt. China und Italien wiederum zeigten keinerlei technologischen Fortschritt in diesem Bereich. Und die Koreaner hätten bislang überhaupt noch keine E-Autos gezeigt.

Industrie - Japan steht an der Spitzenposition des Industrie-Rankings und konnte laut Studie seinen Vorsprung auch noch leicht ausbauen. Daneben zählen die USA zum wichtigsten Produktionsstandort für Elektromobilität. Die zwei Regionen punkten unterschiedlich, denn Japan profitiert vor allem von seiner starken Stellung in der Zellproduktion. Die Experten sind überzeugt, das Japan bis 2016 ca. 60 Prozent der weltweiten Batteriezellproduktion stemmen wird. Der Anteil von Südkorea wird bei ca. 16 Prozent liegen; Deutschland wird einen Marktanteil von gerade mal 4 Prozent erreichen. Geht es um die eigentlichen Fahrzeuge, dann wiederum ist die USA der wichtigste Produktionsstandort: Bis 2016 sollen dort voraussichtlich über 460.000 Elektrofahrzeuge hergestellt werden. Deutschland und Frankreich sollen bis 2016 auf ein gleiches Produktionsniveau kommen: Bis dahin werden sie jeweils zwischen 250.000 und 260.000 Fahrzeuge herstellen - etwa die Hälfte der amerikanischen Produktion.

Markt - die USA bleiben der Leitmarkt für E-Mobilität mit fast 96.000 verkauften Elektro- und Plug-In-Autos im Jahr 2013. Vergleichen die Experten die Anzahl der E-Fahrzeuge mit dem gesamten Automobilmarkt eines Landes, so schneidet Frankreich mit 0,83 Prozent Marktanteil der Elektromobilität am besten ab. Deutschland liegt mit 7.400 abgesetzten Elektroautos im Jahr 2013 auf Rang 5; die E-Mobilität trägt hier nur zu 0,25 Prozent der Autoverkäufe bei.