Geld soll in den Ausbau des Kerngeschäfts wandern Daimler zieht sich aus Rolls-Royce Power Systems zurück

Die Daimler AG übergibt ihren Anteil von 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH (RRPS) an den Partner Rolls-Royce plc. Das Unternehmen nutzt dafür eine im Jahr 2011 mit Rolls-Royce vereinbarte Put-Option auf seine Beteiligung an RRPSH.

Daimler rechnet im Zuge der Transaktion mit einem signifikanten Mittelzufluss. Die finanziellen Parameter werden in den kommenden Monaten entsprechend der mit Rolls-Royce vereinbarten Vorgehensweise endgültig festgelegt. Auf Basis langfristiger Lieferverträge wird Daimler auch künftig Lieferant von schweren und mittelschweren Diesel-Motoren an RRPS sein. Darüber hinaus plant Daimler, sein Geschäft mit Motoren und Antriebssystemen für professionelle Anwendungen abseits von Bussen und Lkws („Off-Highway“) weiter auszubauen. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen und außenwirtschaftsrechtlichen Freigaben.

Daimler und Rolls-Royce hatten RRPS im Jahr 2011 über ein 50:50-Joint-Ventures erworben. Das Unternehmen aus Friedrichshafen am Bodensee firmierte damals noch unter der Tognum AG. Rolls-Royce übernahm die industrielle Führung von RRPS und hat das Gemeinschaftsunternehmen seither auch in seiner Bilanz konsolidiert. In den vergangenen drei Jahren hat sich RRPS unter der industriellen Führung von Rolls-Royce positiv entwickelt.

Seit Beginn der Partnerschaft führen Rolls-Royce und Daimler einen Dialog über die bestmögliche industrielle Weiterentwicklung von RRPS. Dabei ist man zu dem Schluss gekommen, dass die vollständige Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens durch Rolls-Royce hierfür optimale Voraussetzungen schaffen würde. Die bis 2025 vereinbarten langfristigen Lieferbeziehungen zwischen Daimler und RRPS sind durch die Übertragung der Anteile nicht berührt. Es ergeben sich daher bei Daimler auch keinerlei Auswirkungen auf die hauseigene Fertigung von Produkten für RRPS. Daimler versorgt RRPS jährlich mit im Schnitt rund 18.000 schweren und mittelschweren Diesel-Motoren, also Aggregaten im so genannten Low-Power-Range-Bereich (LPR). Angesichts der erfolgreichen Entwicklung von RRPS in den vergangenen Jahren und der langfristigen Belieferungsverträge ist die Untermauerung dieser Partnerschaft durch eine Kapitalbeteiligung nicht mehr notwendig.