Wasserstofftankstellenausbau Daimler-Linde-Initiative wird endlich umgesetzt

Daimler, Linde und Partner errichten neue Wasserstofftankstellen in Deutschland.
Daimler, Linde und Partner errichten neue Wasserstofftankstellen in Deutschland.

Im Juni 2011 hatten Daimler und Linde eine Kooperation zum Bau von 20 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland vereinbart. Jetzt kündigen sie an, dass sie in diesem Jahr endlich beginnen, bei TOTAL, OMV, Avia und Hoyer die Tankstellen zu installieren.

Im Jahr 2011 hieß es, dass die Inbetriebnahme der neuen Tankstellen 2012 starten soll. Aber es hat deutlich länger gedauert, denn die erste Tankstelle aus dieser Initiative wurde erst vor kurzem (am 29. September 2014) offiziell eröffnet. Dabei handelt es sich um eine TOTAL-Multi-Energie-Tankstelle in der Jafféstraße in Berlin-Charlottenburg.

Jetzt sollen bis Ende 2015 noch an folgenden Standorten weitere Stationen folgen:

TOTAL:

  • Geiselwind, Unterfranken, an der A3
  • Fellbach, Raum Stuttgart
  • Ulm
  • Karlsruhe
  • Neuruppin, Brandenburg, an der A24
  • Flughafen Köln-Bonn
  • Berlin-Mitte (Umbau der vorhandenen Tankstelle Holzmarktstraße)

OMV:

  • Großraum München
  • Großraum Nürnberg
  • Großraum Stuttgart

AVIA:

  • Stuttgart Ost

Hoyer:

  • Leipzig, Nähe A14

Die Verhandlungen über die Konkretisierung und den Bau der noch ausstehenden sieben Stationen mit weiteren Standortpartnern sollen bereits weit fortgeschritten sein. Details folgen später.

Bei den heute existierenden CEP-Tankstellen deckt Linde bereits 50 Prozent des Wasserstoffbedarfs aus »grünen« Quellen ab; die Versorgung der 20 Stationen erfolgt sogar ausschließlich mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff. Zu diesem Zweck betreibt Linde an seinem Gasezentrum in Leuna eine Pilotanlage, die auf Basis von Rohglycerin arbeitet, einem Nebenprodukt der Biodieselherstellung. Im Vergleich zu konventionellen Methoden reduziert der so gewonnene, zertifizierte grüne Wasserstoff die schädlichen Treibhausgase deutlich. Darüber hinaus verfügt Linde über weitere nachhaltige Quellen wie Bioerdgas und Wasser-Elektrolyse mithilfe von Strom aus Windenergie, zum Beispiel im Rahmen des ‚H2BER‘-Projekts. Linde hatte erst im Juli 2014 in Wien die weltweit erste Kleinserienfertigung für Wasserstofftankstellen eröffnet.

Von 2017 an plant die Daimler AG wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle in großen Stückzahlen auf den Markt zu bringen. Um die Technologieoptimierung zu beschleunigen und Investitionskosten zu senken, hat das Unternehmen dazu Anfang 2013 mit Ford und Nissan eine Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung eines Antriebskonzepts geschlossen. Für das Jahr 2018 rechnen Experten bereits mit deutlich über zehntausend Brennstoffzellen-Fahrzeugen auf den europäischen Straßen. »Die Reife der Brennstoffzellentechnologie steht heute außer Frage. Von 2017 an planen wir wettbewerbsfähige Brennstoffzellenfahrzeuge in den Markt zu bringen. Für den Aufbau eines flächendeckenden Infrastrukturnetzes ist es nun höchste Zeit. Mit Wasserstoff jeden Ort in Deutschland zu erreichen, ist dabei das klare Ziel. Unsere Initiative bedeutet einen enormen Schritt hin zu einem flächendeckenden H2-Netz in Deutschland«, sagt Professor Dr. Herbert Kohler, Leiter Konzernforschung & Vorentwicklung; Umweltbevollmächtigter der Daimler AG.

Zur Versorgung dieser Fahrzeuge soll das deutsche H2-Netz mit Unterstützung des Bundesministeriums sowie weiterer Unternehmen und Organisationen bis Ende 2015 auf insgesamt 50 Standorte erweitert werden. Darüber hinaus hat sich die Initiative ‚H2 Mobility‘, an der auch Daimler, Linde, TOTAL und OMV beteiligt sind, im vergangenen Jahr auf einen detaillierten Aktionsplan über einen Ausbau auf rund 400 Stationen bis 2023 verständigt.