Die Forschung kann im realen Straßenverkehr fortgesetzt werden Continental erhält Testlizenz für automatisiertes Fahren in Nevada

Von der Automatisierung des Fahrzeugs verspricht sich Continental erhöhte Sicherheit, größere Handlungsspielräume für den Fahrer und verbesserte Effizienz. Hieran arbeiten bei dem Zulieferer bereits mehr als 1.250 Spezialisten.
Von der Automatisierung des Fahrzeugs verspricht sich Continental erhöhte Sicherheit, größere Handlungsspielräume für den Fahrer und verbesserte Effizienz. Hieran arbeiten bei dem Zulieferer bereits mehr als 1.250 Spezialisten.

Continental hat vom Department of Motor Vehicles (DMV) Nevada/USA, die Genehmigung erhalten, automatisiertes Fahren auf den öffentlichen Straßen des US-Bundesstaates zu testen. Vergeben wurde die Lizenz für ein hochautomatisiertes Fahrzeug, welches Continental bereits Anfang des Jahres in Nevada getestet hatte.

Nach Abschluss einer Fahrdemonstration am 18. Dezember 2012 auf den Schnellstraßen und Autobahnen in Carson City, Nevada, USA, prüfte und genehmigte das DMV die von Continental entwickelten Sicherheitsmaßnahmen, die Schulungsmethoden für die Mitarbeiter, die Systemfunktionen und die Mechanismen zur Unfallmeldung. Anschließend erhielt der Automobilzulieferer die Genehmigung für den Betrieb hochautomatisierter Fahrzeuge sowie das rote Nummernschild mit dem Unendlich-Zeichen, welches signalisiert: „Hier fährt ein Auto der Zukunft“. Das Design des Nummernschilds wird durch die Polizei und die Verkehrsteilnehmer leicht erkannt und nur von lizenzierten, automatisiert fahrenden Testfahrzeugen verwendet.

„Dieses Fahrzeug zeigt, was moderne Technologien bereits leisten können, um das Fahren sicherer und komfortabler zu machen. Der Erhalt dieser Lizenz ist für Continental ein bedeutender Zwischenschritt in Richtung automatisiertes Fahren“, sagte Dr. Peter Rieth, Leiter Systems & Technology bei der Continental-Division Chassis & Safety. „Die Fortsetzung unserer Forschungsarbeit und das Testen auf öffentlichen Straßen gibt uns die großartige Chance, unser hochautomatisiertes Fahrzeug ständig weiter zu entwickeln.“

Das hochautomatisierte Testfahrzeug von Continental ist, im Gegensatz zu einem fahrerlosen Fahrzeug, so konzipiert, dass immer ein Fahrer hinter dem Steuer sitzt. Das Fahrzeug kann mit verschiedenen Fahrszenarien gut umgehen. Mithilfe von vier Nahbereichs-Radarsensoren (zwei vorne, zwei hinten), einem Fernbereichs-Radar und einer Stereokamera kann das Fahrzeug sowohl auf verkehrsarmen Schnellstraßen als auch im dichten Feierabendverkehr eigenständig fahren. Mit Hilfe der Fusion der verschiedenen Technologien der Umfeldsensorik – ein Teil des Sicherheitskonzepts ContiGuard – ist das Fahrzeug in der Lage, alle Objekte, die in das Blickfeld der Sensoren rücken, wahrzunehmen. Die Objektinformationen werden daraufhin verarbeitet und an ein Steuergerät (Continental Motion Domain Controller) weitergeleitet, welches die Längs- und Querbewegungen des Fahrzeuges kontrolliert, in dem es den Motor, das Bremssystem und die Lenkung steuert.

Das Testfahrzeug von Continental hat bereits mehr als 24.000 Kilometer (15.000 Meilen) zurückgelegt und unterscheidet sich in der Ausstattung von anderen hochautomatisierten Fahrzeugen, die maßgeschneiderte Sensoren und Aktuatoren verwenden. Es ist zum Beispiel überwiegend mit bereits in Serienproduktion befindlichen Technologien ausgerüstet. Kurzfristiges Ziel von Continental ist es, dem Fahrer langweilige und monotone Tätigkeiten abzunehmen, wie beispielsweise das Fahren bei wenig Verkehr auf der Autobahn oder bei niedriger Geschwindigkeit in einem Stau.

Obwohl die Lizenz für vollautomatisiertes Fahren gilt, ist dieses noch nicht in vollem Umfang umsetzbar. Das hochautomatisierte Fahrzeug von Continental ist vielmehr ein Zwischenschritt auf dem Weg dorthin. Es hilft, der Vision vom unfallfreien Fahren – null Unfälle und null Verkehrstote auf den Straßen – einen weiteren Schritt näher zu kommen. Continental wird jetzt die dafür notwendigen Tests mit dem Fahrzeug auf öffentlichen Straßen und damit in realer Umgebung fortführen. Ab 2016 könnten dann erste teilautomatisierte Systeme den Fahrer in Stop & Go-Situationen im geringen Geschwindigkeitsbereich bis 30 km/h auf der Autobahn entlasten.

Dr. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender von Continental, abschließend: „Für uns ist klar, dass automatisiertes Fahren ein Kernelement der Mobilität der Zukunft sein wird. Als Systemlieferant sind wir bestens aufgestellt, um für unsere Kunden bis 2016 bereits Lösungen für teilautomatisierte Systeme zu entwickeln und in Serie zu bringen. Erste Anwendungen für das hoch- und schließlich vollautomatisierte Fahren selbst bei höheren Geschwindigkeiten und in komplexeren Fahrszenarien, können wir bis 2020 beziehungsweise 2025 serienreif entwickeln.“