Neues Hauptquartier in Shanghai Bosch: Nicht kleckern sondern klotzen

Dass China wichtig ist, weiß jeder, aber selten einer beweist es so eindrucksvoll wie Bosch: Bis 2012 werden insgesamt 110 Mio. Euro in die neue China-Zentrale in Shanghai investiert, bis heute sind davon bereits 95 Mio. Euro geflossen. Das Gebäude ist laut eigenen Angaben das größte Gebäude des Technologie- und Dienstleistungsunternehmens in der Region Asien-Pazifik.

Das neue Gebäude liegt im Westen Shanghais in der Nähe des Verkehrsknotens Hongqiao und bietet auf 78.000 m2 Platz für zunächst 1.500 Mitarbeiter aus allen Unternehmensbereichen, die bis Ende dieses Jahres hier einziehen sollen. Weitere 500 Mitarbeiter sollen 2012 folgen. Ebenfalls integriert: Umfangreiche Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, darunter auch ein Labor für moderne Werkstoffe, sowie das Bosch China Training Center.

Wie vergangene Woche (am 14. April 2011) auf der Bilanz-Pressekonferenz bekannt gegeben wurde, hat die Bosch-Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr in der Region Asien-Pazifik erstmals mehr als 10 Mrd. Euro Umsatz erzielt. Das entspricht 23 Prozent der Gesamterlöse des Unternehmens. Allein in China betrug der Jahresumsatz zuletzt 4,1 Mrd. Euro, ein (wechselkursbereinigter) Zuwachs von 36 Prozent im Vergleich zu 2009. In den letzten vier Jahren konnte Bosch seinen Umsatz in China durchschnittlich jeweils um 30 Prozent steigern. Damit wurde das Land nach Deutschland und den USA zum drittgrößten Markt für Bosch. Zu dem starken Wachstum 2010 trugen alle Unternehmensbereiche bei: In der Kraftfahrzeugtechnik legte Bosch in China um 38 Prozent zu, in der Industrietechnik um 45 Prozent und bei Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik um 21 Prozent.

Derzeit beschäftigt die Bosch-Gruppe in China mehr als 26.000 Mitarbeiter, davon 2.100 in Forschung und Entwicklung; bis Ende des Jahres 2011 sollen insgesamt 7.000 weitere Beschäftigte hinzukommen. Für Ende 2015 geht Bosch von rund 50.000 Mitarbeitern im Land aus.

Begleitet wird der Aufbau von erheblichen Investitionen. Im laufenden Jahr steckt die Bosch-Gruppe 400 Mio. Euro in den weiteren Ausbau ihrer Aktivitäten in China. Beispielsweise sollen bis 2015 Chinaweit weitere 40 Verkaufsbüros eröffnet werden. Ferner sind weitere Produktionsstätten geplant etwa für das Ersatzteilgeschäft mit Baubeginn im Juli 2011. Neben den bestehenden vier Forschungs- und Entwicklungszentren für Kraftfahrzeugtechnik und einer Winterteststrecke werden 2012 ein weiteres Entwicklungszentrum und ein neues Testzentrum zur Autoerprobung eröffnet.

Darüber hinaus will Bosch den Anteil lokaler Mitarbeiter in Führungspositionen weiter ausbauen, um den Bedürfnissen der chinesischen Kunden besser Rechnung tragen zu können. Daher sollen neu geschaffene Managementstellen – geplant ist eine Verdopplung auf rund 1.500 Ende 2015 – nahezu ausschließlich mit Chinesen besetzt werden.

In der neuen Hauptverwaltung wird auch das neu gegründete Bosch China Charity Center (BCCC) zu finden sein. Ausgestattet mit einem Jahresbudget von rund 2,7 Mio. Euro (25 Millionen CNY) soll das BCCC die gemeinnützigen Aktivitäten von Bosch in China bündeln und steuern. Wichtige Schwerpunkte: Bildung und Gesundheit, vor allem in ländlichen Regionen.