Globalfoundries Automotive im Visier

Zero Defects ist das Ziel.

Globalfoundries will sein Automotive-Geschäft kräftig ausbauen und hat deshalb mit AutoPro eine Plattform vorgestellt, die eine breite Palette an Technologien und Fertigungsdienstleistungen für Automotive-Kunden umfasst.

Zu den Möglichkeiten gehören SiGe-, FD-SOI-, RF-SOI-, RF-CMOS-, Analog/Power-, HV-, Silizium-Photonik-, MEMS- und FinFET-Technologien sowie ASIC-Design-Services, Gehäusetechnologien und natürlich auch IP-Cores.

»Damit ist Globalfoundries in der Lage, für ADAS-Anwendungen und das autonome Fahrzeug immer die richtige Technologie anzubieten«, so Mark Granger, Vice President Automotive Product Line bei Globalfoundries. Geht es beispielsweise um ICs für Netzwerkinfrastruktur, KI, ADAS oder Bildverarbeitung, so kann die Automobilindustrie auf den 14-nm-FinFET-Prozess in Malta und dort bald auch auf den 7-nm-FinFET-Prozess zurückgreifen. Dazu stehen leistungsstarke IP-Blöcke wie SERDES, ARM-Cores, aber auch Embedded Memories zur Verfügung sowie die Möglichkeit, 2,5- oder 3D-Integrationen durchzuführen.

Die 22FDX-HF- und mmWave-Prozesse in Dresden wiederum erlauben die Integration verschiedenster Funktionalitäten – mm-Wellen, DSP, MCU, SRAM und eMRAM –, wodurch ein Single-Radar-Chip problemlos realisiert werden kann.

Welche Leistungsfähigkeit hinter 22 FDX steht, hat Globalfoundries bereits mit dem ADAS-SoC Anfang des Jahres gezeigt. Das Bildverarbeitungs-SoC war eine europäische Gemeinschaftsarbeit, an der neben Globalfoundries auch Dream Chip Technologies, ARM, Arteris, Cadence und Invecas beteiligt waren. Das Design entstand im Rahmen des sogenannten ENIAC-THINGS2DO-Projekts, mit dem ein Design- und Entwicklungs-Ökosystem für die FD-SOI-Technologie aufgebaut werden soll. Die Entwicklung des 12FDX-Prozesses hat ebenfalls schon begonnen. Globalfoundries geht davon aus, dass im ersten Halbjahr 2019 die Produktion mit dieser Technologie anlaufen wird.

Seit diesem Herbst bietet Globalfoundries auch eine eMRAM-Technik auf Basis der 22FDX-Technologie an, die für fünf Minuten auch 260 °C beim Löten übersteht und eine Betriebstemperatur von 125 °C (Grade 2) aushält. Aus der Sicht von Granger hat die eMRAM-Technologie viele Vorteile, speziell auch im Automotive-Markt. Denn sie sei nicht nur vielseitig nutzbar (Programm-Speicher und Arbeitsspeicher), sondern erlaube auch schnelle Schreibzyklen – 100-mal schneller als eFlash – und kann die Daten selbst bei 125 °C zehn Jahre halten. Granger weiter: »Und eMRAM zeichnet sich durch eine Zellengröße von nur 0,047 µm² aus.«

Alle AutoPro-Technologien sind AEC-Q100-qualifiziert. Das gilt also auch für die Fab1 in Dresden, wo mit dem 22FDX-Prozess gefertigt wird. Auch dort wurde die Standortzertifizierung mit einer sog. Bereitschaftsüberprüfung erfolgreich nachgewiesen (Letter of Compliance für ISO/TS 16949). Zusätzlich hat das Unternehmen den 28SLP- und seit Kurzem auch den 22FDX-Prozess gemäß AEC
-Q100 Grade 2 qualifiziert. AutoPro basiert auf einem Service-Paket (AutoPro Service Package), mit dem die Foundry die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie erfüllen will.

Das Service-Paket basiert auf drei Säulen – Qualitätssysteme, Technologie-Plattform und Betriebssteuerung –, in denen Vorgaben beispielsweise eines Prozessaudits, ISO 26262 oder einer statistischen Prozesssteuerung berücksichtigt sind.

Granger abschließend: »Alle Fabs von Globalfoundries zielen auf Zero Defects.«