Das denkende Parkhaus Auto findet alleine Weg zum Parkplatz


Ein Mercedes-Benz E200 steht während einer Präsentation in einem Parkhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg) hinter einem Bosch-Sensor. In einem Pilotprojekt erproben Bosch und Daimler fahrerloses Parken im Parkhaus.
Ein Mercedes-Benz E200 steht während einer Präsentation in einem Parkhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg) hinter einem Bosch-Sensor. In einem Pilotprojekt erproben Bosch und Daimler fahrerloses Parken im Parkhaus.

An der Einfahrt steigt der Fahrer aus, das Auto fährt weg und parkt. Später kommt es zurück und der Fahrer übernimmt wieder die Kontrolle.

Noch ist das Zukunftsmusik. Doch das Projekt lässt sich im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz-Museums demnächst schon anschauen. »Das sind im Wesentlichen Technologien, die wir in unseren Fahrzeugen heute haben«, sagt Michael Hafner, der bei Daimler den Bereich Automatisiertes Fahren und Aktive Sicherheit leitet. Bosch steuert Sensor- und Kommunikationstechnik bei. Das Projekt soll vor allem demonstrieren, was schon möglich ist.

Ein Entscheidender Punkt: Das Auto fährt nicht ganz allein, das würde es (noch) nicht schaffen. Gesteuert wird es von einem Zentralrechner im Parkhaus, der über eine Kommunikations-Schnittstelle zum Wagen dessen Parkassistenzsystem anspricht und so beliebig viele Autos gleichzeitig zu den freien Parkplätzen und wieder zurück dirigieren kann. Das Parkhaus der Zukunft denkt und lenkt mit.

Diesen Ansatz verfolgen auch andere, wenngleich immer noch selbst gefahren werden muss - »Smart Parking« ist das Stichwort. Apps auf dem Smartphone weisen den Weg, kleine Lämpchen über den Parkplätzen zeigen an, wo noch etwas frei ist. Den Knopf an der Schranke drücken und später mit Kleingeld am Automaten hantieren muss man häufig auch schon nicht mehr: Ein kleiner Transponder im Auto öffnet registrierten Kunden die Schranke beim Ein- und Ausfahren, bezahlt wird einmal im Monat.

»Im Moment sind noch die meisten Kunden unbekannt. Das wird sich in Zukunft ändern«, sagt Tilman Kube vom Parkhaus-Betreiber Apcoa, der allein in Deutschland an mehr als 300 Standorten vertreten ist. Einen Mehrwert sieht er auch darin, dass etwa Firmen sich so die Abrechnung der einzelnen Parktickets ihrer Mitarbeiter sparen können.