Implementierung von MOST150 startet im Audi A3 Audi wagt sich als erster mit MOST150 in die Serie

Audi bestätigt nach ausführlichen Untersuchungen die Serienreife von MOST150. Dementsprechend wird das Unternehmen mit dem Serienstart der neuen Audi-A3-Baureihe MOST150 im Markt einführen und sukzessiv die Technologie in die Baureihen im gesamten Volkswagen-Konzern einführen. Dies umfasst Fahrzeuge aus den Fahrzeugplattformen MQB und MLBevo (Modularer Quer- und Längsbaukasten). Die auf diesen Plattformen basierenden Fahrzeuge reichen vom Volkswagen Golf bis zum Audi A8.

Als Vorarbeit für den Serieneinsatz hat Audi sämtliche Applikationen auf Netzwerkseite in zwei Referenzprojekten abgebildet und kam zu folgenden Ergebnissen: "Audi übernimmt zu 100 Prozent die MOST-Spezifikation als Basis für das Netzwerk-Management und die grundlegenden MOST-Funktionen", sagt Dr. Christian Thiel, Administrator der MOST Cooperation. "In enger Zusammenarbeit haben Audi und die MOST Cooperation die Datenkommunikation für Ringbruchdiagnose (RBD) gemeinsam spezifiziert. Durch diese Standardisierung erwartet Audi eine weitere Qualitätssteigerung."

Aus dem Hause Audi wiederum ist zu hören, dass sich MOST25 bei Audi zum Netzwerk-Standard für Premium-Infotainmentsysteme etabliert hat. Jens Kötz, Leiter der Bereiche Elektrik/Elektronik-Konzept, Vernetzung, Energiesysteme und Systemsicherheit bei Audi, erklärt weiter: "Die neue MOST Generation MOST150 bietet heute eindeutige Vorteile mit der Bandbreitensteigerung. Infotainment-Applikationen haben sehr unterschiedliche Anforderungen an die Vernetzungs-Infrastruktur - MOST150 bietet alle benötigten Kommunikations-Mechanismen über eine Schnittstelle nach dem "All-In-One"-Ansatz. Diese unschlagbaren Vorteile bilden die Entscheidungsgrundlage für die Einführung von MOST150 im Volkswagen-Konzern."

Evaluierung durch Audi bestätigt Praxistauglichkeit für MOST150

Audi entwarf zwei Referenzprojekte zur Evaluation der Technologie auf seine Serieneinsetzbarkeit. Dadurch wurde eine Absicherung des Ersteinsatzes bei Audi sichergestellt und die terminlichen und technischen Risiken minimiert. Als Erstes wurde eine MOST150 Referenzplattform für den Einsatz im Labor entwickelt. Die Hardware besteht aus einem MOST-Ring mit sieben Teilnehmern (inklusive Timing-, Network- und Power-Master). Der Fokus dieses Projektes lag auf der Absicherung aller für Audi und die Volkswagen-Gruppe relevanten Anwendungsfälle. Es wurden Tests in den Bereichen Wakeup/Sleep, Stabilität sowie Performance-Messungen durchgeführt.

Als Zweites kam ein MOST150 InCar-System zum Einsatz, um die Integration von MOST150 in die Fahrzeugvernetzung zu erproben. Der Fokus lag hier auf den Einflüssen der Fahrzeugumgebung auf die MOST150 Kommunikation. Tests wurden in den Bereichen Über-/Unterspannung, Temperaturstress (Klimakammer) und Wakeup/Sleep durchgeführt. Im Rahmen von Testfahrten erfolgte eine weitere Absicherung. Darüber hinaus ist bei MOST150 InCar eine ECL-Referenzimplementierung (ECL: Electric Control Line) umgesetzt zur Verifikation der Interoperabilität von unterschiedlichen ECL-Transceivern sowie RBD-Absicherung. Auch das kürzlich neu eingeführte Feature zur Detektion von Sudden Signal Off/Critical Unlock (SSO/CU) wurde auf dieser Plattform verifiziert. Basierend auf den aus der Evaluation gewonnenen Erkenntnissen bestätigt Audi, dass MOST150 reif für den Serieneinsatz ist. Audi überführt MOST150 in die Serienentwicklung als Netzwerk-Technologie für das "Modulare Infotainment-System" (MIB).