Durchschnittlich 20 bis 25 Prozent Umsatzwachstum ZVEI: Schalt- und Steuerungstechnik wieder im Aufwind

Roland Bent, ZVEI: »Noch zu Jahresbeginn hätten wir die derzeitige positive Entwicklung nicht für möglich gehalten.«
Roland Bent, ZVEI: »Noch zu Jahresbeginn hätten wir die derzeitige positive Entwicklung nicht für möglich gehalten.«

Die Anbieter von Schaltgeräten, Schaltanlagen und Industriesteuerungen befinden sich wieder auf strammem Wachstumskurs: Im ersten Halbjahr 2010 steigerten die Unternehmen ihren Umsatz um durchschnittlich 20 bis 25 Prozent.

Lediglich das Projektgeschäft im Schaltanlagenbau ist derzeit laut dem zuständigen ZVEI-Fachbereich Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen noch verhalten. Hier fehle es vor allem noch an Großprojekten im Kraftwerksbereich.

Weil das übliche Sommerloch laut dem Fachbereich wegen der guten Konjunktur in diesem Jahr kaum zu beobachten war und die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal nochmals besser war als in den Vorquartalen, können einzelne Firmen bereits in diesem Jahr das Umsatzniveau von 2008 - vor der Krise - erreichen. Die anderen Firmen erwarten demnach, spätestens 2011 dorthin zu gelangen.

»Diese positive Entwicklung hätten wir noch zu Jahresbeginn nicht für möglich gehalten«, betonte Roland Bent, Vorsitzender des Fachbereichs, auf dessen Mitgliederversammlung. »Für 2011 erwarten wir eine Abflachung der derzeitigen - fast historischen - Wachstumsraten auf ein normales Niveau von rund fünf bis zehn Prozent.«

Getragen wird das derzeitige starke Wachstum dem Fachbereich zufolge von der Erholung in der Automobilindustrie sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Hinzu kommen demnach außerordentliche Impulse aus dem Bereich Erneuerbare Energien - besonders der Wind- und Solar-Energie. So hat die Absenkung der Solarförderungen in diesem Jahr zu einem außergewöhnlichen Run auf Solaranlagen geführt, von dem die Unternehmen des Fachbereichs Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen deutlich profitiert haben.

Als Wachstumsbremse erweisen sich laut Angaben des Fachbereichs derzeit erhebliche Versorgungsprobleme. Die Verfügbarkeit von elektronischen Komponenten, Halbleitern, speziellen Kontaktmaterialien und Kunststoffen ist demnach kaum mehr sichergestellt. »Hier erhoffen wir uns allerdings eine gewisse Entspannung im Jahr 2011«, erläuterte Bent, der auch Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation ist. »Generell gehen wir auch mittelfristig von stetigem Wachstum der Fabrikautomatisierung aus. Die anstehenden gesellschaftspolitischen Herausforderungen wie Elektromobilität, Ausbau der erneuerbaren Energien, Umbau der heutigen Stromnetze zu intelligenten Netzen, den Smart Grids, oder auch die Sicherstellung einer leistungsfähigen Transportinfrastruktur werden ohne Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen und die dazugehörende Sensorik nicht möglich sein.«

Auf der Mitgliederversammlung wurde Roland Bent, Geschäftsführer Marketing und Entwicklung von Phoenix Contact, in seinem Amt als Vorsitzender des Fachbereichs für weitere drei Jahre bestätigt. Ihm zur Seite stehen die neu gewählten stellvertretenden Vorsitzenden Bernhard Schmeing (ABB Stotz-Kontakt) und Eckard Eberle (Siemens).