»Wenn wir zukaufen können, liegt unser Umsatzziel 2020 bei über 200 Millionen Euro« ZMDI wächst mit Mobile Sensing

Thilo von Selchow, ZMDI
Thilo von Selchow, ZMDI: Die Großaufträge des letzten Jahres haben den Grundstein für nachhaltiges Wachstum in den nächsten Jahren gelegt, das sich ab 2016 durch Consumersensoren noch einmal zusätzlich beschleunigen wird.

Großaufträge aus den Bereichen Automobilsensorik und Mobile Sensing für Consumer-Produkte bescheren ZMDI ein dynamisches Wachstum, das CEO Thilo von Selchow für die nächsten Jahren auf 15 bis 20 Prozent veranschlagt. Eine mögliche Option der weiteren Wachstumsfinanzierung wäre für ihn ein Börsengang, um dann auch durch Akquisitionen zu wachsen.

Markt&Technik: Herr von Selchow, das jüngste Geschäftsfeld der ZMDI ist Mobile Sensing. Sie haben sich erst 2012 zum Einstieg in dieses Segment entschlossen. Wie entwickelt sich das Geschäft?

Thilo von Selchow: Sehr erfreulich. Mobile Sensing wird einen entscheidenen Beitrag zu unserer nächsten Wachstumsphase liefern. Die ersten Großaufträge konnten wir 2014 gewinnen. Nach rund 30 Millionen Stück im Vorjahr rechnen wir für dieses Jahr mit etwa 100 Millionen verkauften Mobile-Sensing-Lösungen, die etwa in Smart Phones von LG und Sony, aber auch in Tablets und Smart Watches zum Einsatz kommen.

Mobile Sensing zählt ganz klar zu den Wachstumsbereichen von ZMDI. In welche Richtung wollen Sie ihr Engagement hier ausbauen?

Bei den Wearable Electronics ist ein klarer Trend in Richtung Gesundheitsanwendungen zu erkennen. In dieser Richtung werden wir verstärkt aktiv werden. Unser erstes Produkt in dieser Richtung werden UV-Sensoren sein. Ab Anfang 2016 werden wir dazu Sensoren anbieten, die UV-A- und UV-B-Strahlung wahrnehmen.

Bei diesen Sensoren handelt es sich noch nicht um MEMS. ZMDI ist seit März 2014 Mitglied der MEMS Industry Group. Werden Sie auch in das MEMS-Geschäft einsteigen?

Wir sind dabei, solche Lösungen ausschließlich für Consumer-Anwendungen zu entwickeln. Bei den ersten Produkten handelt es sich um optische Sensorlösungen. Als Nächstes planen wir, Gassensoren in MEMS-Technologie vorzustellen. Neben dem Einsatz im Consumer-Bereich wollen wir in Zukunft auch MEMS-Lösungen für Industrie und Medizin entwickeln.

Der Automotive-Bereich dürfte nach wie vor der wichtigste Zielmarkt für ZMDI sein. Welchen Umsatzbeitrag leisten Sensing und Power-Management inzwischen?

Unser Umsatz betrug im letzten Jahr 61,1 Millionen Euro. 2015 sollen es über 68 Millionen sein. Etwa 50 Prozent davon stammen aus dem Automotive-Geschäft. Sensing steuert etwa 35 Prozent bei, und Power-Management inklusive Lizenzgeschäft hat einen Umsatzanteil von 15 Prozent. Besonders erwähnenswert finde ich in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass das junge Tätigkeitsfeld des Mobile Sensing – als Teil von Sensing - bereits rund 20 Prozent zum Umsatz beiträgt.