PI / FieldComm Group Weiterentwicklung der FDI-Technik geregelt

Karsten Schneider, PI: »PI und die FieldComm Group werden künftig die FDI-Technik pflegen und weiterentwickeln.«
Karsten Schneider, PI: »PI und die FieldComm Group werden künftig die FDI-Technik pflegen und weiterentwickeln.«

Die Nutzerorganisationen Profibus & Profinet International (PI) und FieldComm Group werden die FDI-Technik zur Einbindung intelligenter Feldgeräte in Leitsysteme künftig pflegen und weiterentwickeln. Dies gab PI anlässlich der SPS IPC Drives bekannt.

Die FDI-Technik (Field Device Integration) resultiert aus den Bemühungen der FDI Cooperation LLC, die beiden Integrationstechniken EDDL und FDT/DTM zu einer Lösung zusammenzuführen. Hierzu hatten die Organisationen FDT Group, Fieldbus Foundation, HART Communication Foundation, OPC Foundation und PI die FDI Cooperation als Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Vor kurzem hat die FDI Cooperation die FDI-Spezifikation freigegeben und an die IEC übergeben sowie die erste Version des zugehörigen Entwicklungswerkzeugs bereitgestellt. Damit hat sie ihre entscheidenden Ziele erreicht und wird nach dem für Mitte 2015 geplanten Abschluss aller Arbeiten vereinbarungsgemäß aufgelöst. »Die FDI-Technik wird sich jedoch auf dem Markt nur dann dauerhaft etablieren, wenn sie kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt wird«, sagte der PI-Vorstandsvorsitzende Karsten Schneider anlässlich der SPS IPC Drives. PI und die FieldComm Group wollen dies nach der Auflösung der FDI Cooperation im Rahmen einer langfristigen Kooperation gemeinsam in die Hand nehmen.

Die FieldComm Group wird die nötige Infrastruktur dafür bereitstellen; unter anderem wird sie Arbeitskreise für Pflege und Management der Entwicklungsprojekte einrichten. Bei der FieldComm Group handelt es sich um den vor kurzem erfolgten Zusammenschluss der Nutzerorganisationen HART Communication Foundation und Fieldbus Foundation. PI wird an allen relevanten Arbeiten mit eigenen Experten vertreten sein. Beide Organisationen werden gleiche Rechte an den Ergebnissen halten.

Die Weiterentwicklung der Profibus- und Profinet-spezifischen Teile der Spezifikationen und Entwicklungswerkzeuge erfolgt in PI-Arbeitskreisen. Die Zertifizierungstests von Profibus- und Profinet-Produkten mit FDI werden in den akkreditierten PI-Testlaboren durchgeführt und die Zertifikate von der PI-Zertifizierungsstelle ausgestellt. PI bleibt für seine Mitglieder Ansprechpartner bezüglich der für FDI relevanten Spezifikationen und Entwicklungswerkzeuge.

Darüber hinaus gibt es eine neue Version des Safety-Kommunikationsprofils Profisafe: Prüfstellen von IFA (Institut für Arbeitsschutz) und TÜV Süd haben die Version V2.6.1 bewertet und für die Umsetzung in Produkten freigegeben. »In der letzten Zeit sind neue Anforderungen an die funktional sichere Kommunikation bekannt geworden, die zum Ziel haben, die Rate aller Arten von Fehlfunktionen, also die Restfehlerrate, für Systeme der funktionalen Sicherheit zu bestimmen und zu reduzieren«, erläuterte Schneider. »PI hat das Thema aufgenommen und in der Profisafe-Version V2.6.1 umgesetzt. Die Kompatibilität zur bisherigen Version 2.4 ist dabei gewährleistet.«

Die wichtigste Änderung gegenüber der bisherigen Version betrifft die implizite Datensicherung, die jetzt auch probabilistisch nachgewiesen wird. Dies verbessert das Verfahren zum Nachweis der Restfehlerrate. Die implizite Datensicherung bezieht sich auf Informationen, die bei Sicherung der Telegramme mitberechnet, aber nicht in den Telegrammen selber transportiert werden.

Die neuen Anforderungen in puncto implizite Datensicherung werden derzeit in der IEC-Norm 61784-3 festgeschrieben. PI-Experten haben zugleich die Änderungen bei Profisafe in die IEC 61784-3-3 einfließen lassen. »Profisafe ist das weltweit erste Kommunikationsprofil für die funktionale Sicherheit, das anhand dieser Anforderungen bewertet ist«, betonte Schneider.

SPS IPC Drives: Halle 2, Stand 220/221