Cognex Vision-Codeleser jetzt so preisgünstig wie Laserscanner

Über eine blaue Beleuchtung verfügt der High-End-Codeleser »DataMan 503« von Cognex.
Über eine blaue Beleuchtung verfügt der High-End-Codeleser »DataMan 503« von Cognex.

Mit seinen neuen 1D/2D-Codelesern aus der »DataMan«-Familie schickt sich der Bildverarbeitungstechnik-Hersteller Cognex an, den Logistik-Markt zu erobern, in dem 1D-Codes und damit Laserscanner nach wie vor die Oberhand haben.

Neu sind die besonders preisgünstige Low-End-Variante »DataMan 50/60«, das High-End-Gerät »DataMan 503« und die Version »DataMan 303 Autotune« für besonders einfaches Setup.

»Der Logistik-Markt ist nach wie vor stark von 1D-Codes und damit von Laserscannern dominiert, und da wollen wir mit unseren neuen bildverarbeitenden Codelesern eindringen«, erläutert Ralph Kehlenbach, Product Marketing Manager ID Products bei Cognex. »Es wird sicherlich in der Logistik noch eine Weile dauern, bis der Markt 2D-Codes akzeptiert hat, aber der Trend geht eindeutig dorthin. Schon gängig sind 2D-Codes dagegen in der Fabrikautomatisierung, besonders in der Automobilindustrie, so dass auch Bildverarbeitungs-Systeme dort weit verbreitet sind.« In der Logistik unterstützen bildgebende Lesegeräte also die schnelle und zuverlässige Erfassung von 1D-Codes ebenso wie die Umstellung auf 2D-Codes.

Den Laserscannern in der Logistik besonders gefährlich könnten die beiden Low-End-Geräte »DataMan 50« und »DataMan 60« werden: Obwohl sie als Vision-Systeme zweidimensional lesen, sind sie genauso preisgünstig wie herkömmliche, eindimensional arbeitende Laserscanner. Sie haben eine Auflösung von 752 x 480 Bildpunkten und eignen sich außer für die Logistik auch für die Elektronik-, die Lebensmittel- und Getränke-, die Konsumgüter- sowie die Pharmaindustrie. Der »DataMan 50« hat eine Tiefe von nur 25 mm und ist damit »der kleinste integrierte ID-Leser weltweit«, wie Kehlenbach betont. Beide Versionen bieten eine USB- und eine RS-232-Schnittstelle; der »DataMan 60« ist zusätzlich mit einer Ethernet-Schnittstelle ausgestattet und dadurch etwas größer als die 50er-Variante.

Generell haben bildgebende Codeleser außer ihrer zweidimensionalen Arbeitsweise, dank der sie auch schwach dargestellte und beschädigte Codes korrekt erfassen, weitere Vorteile gegenüber Laserscannern: Sie sind zuverlässiger - die in der Barcode-Lesesoftware »1DMax+« enthaltene Bildanalyse-Algorithmik »Hotbars« für 1D-Barcodes ermöglicht laut Cognex eine Lesegenauigkeit von mehr als 99,9 Prozent. »'Hotbars‘ sorgt für hohe Auflösungen bei hohen Leseraten und macht daher schwach dargestellte oder anderweitig beeinträchtigte Codes lesbar«, kommentiert Kehlenbach dies. Zudem erreichen die Imager eine große Schärfentiefe und ein breites Sichtfeld. Sie haben keine beweglichen Teile, was geringen Verschleiß und Wartungsaufwand bedeutet, und eignen sich für Hochgeschwindigkeits-Sortieranlagen. Last but not least können sie mehrere Codes gleichzeitig lesen, unabhängig von deren Ausrichtung.

Den High-End-Part übernimmt der Codeleser »DataMan 503«. Er zeichnet sich durch eine besonders hohe Leserate von 120 reads/s aus und erfasst Codes an Frachtstücken, die mit bis zu 3,3 m/s Geschwindigkeit bewegt werden. Der Codeleser bietet Leistungs-Feedback: Anwender können sehen, was er sieht, entweder am Monitor in Echtzeit oder über ein Bildarchiv. Seine Auflösung beträgt 2048 x 1088 Bildpunkte (2,1 Megapixel), und seine Schärfentiefe erreicht bis zu 910 mm. Er ist leicht einzurichten und zu installieren. Synchroner Multi-Kamera-Betrieb ist möglich.

Besonders geeignet ist der »DataMan 503« für Logistik-Anwendungen mit hohen Fördergeschwindigkeiten, breiten Fördergurten und unterschiedlich hohen Frachtstücken. Seine Domänen hat er in der Hochgeschwindigkeits-Sortierung, im Scannen großformatiger Verpackungen und im Mehrseiten-Tunnelscan. Hierbei handelt es sich um ein Scanning von Objekten auf drei oder gar vier Seiten (270° oder 360°) auf Basis mindestens eines Codelesers pro Seite und gegebenenfalls zusätzlicher Geräte im 45°-Winkel zu den Seiten. »Tunnelscan-Applikationen lassen sich mit Bildverarbeitungs-Systemen deutlich leichter einrichten als mit Lasersystemen«, stellt Kehlenbach klar.

Das »Mittelding« zwischen »DataMan 503« und »DataMan 50/60« ist das Lesegerät »DataMan 303 Autotune« mit einer Auflösung von 1600 x 1200 Bildpunkten (2 Megapixel) und einer Leserate von 45 reads/s. Es ist besonders leicht einzurichten und eignet sich abgesehen von der Logistik für Anwendungen in den Bereichen Automotive, Elektronik, Lebensmittel und Getränke, Consumer-Produkte sowie Pharma.

Weil die »DataMan«-Produktlinie von der 2003 durch Cognex übernommenen Aachener Firma Gavitec herrührt, findet die Kernentwicklung der Geräte nach wie vor dort statt. Die Software-Algorithmen stammen vom Cognex-Hauptsitz in Natick/Massachusetts (USA), wobei ein Teil der Software-Entwicklung in Budapest stattfindet.