Maschinen- und Anlagenbau VDMA: Produktpiraterie nimmt zu

Piraten Ahoi?

Durch Produktpiraterie ist den deutschen Maschinen- und Anlagenherstellern 2009 ein Umsatzverlust von schätzungsweise 6,4 Mrd. Euro entstanden. Dies ergab eine aktuelle Mitgliederumfrage des Branchenverbands VDMA.

Gegenüber der letzten Umfrage 2008 bedeutet dies eine Steigerung um acht Prozent. »Ein Umsatz in Höhe des durch Produktpiraterie entstandenen Schadens würde der Branche knapp 40.000 Arbeitsplätze sichern«, betont VDMA-Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse.

Von Produktpiraterie betroffen sahen sich 62 Prozent der befragten Unternehmen (2008: 68 Prozent). 28 Prozent von ihnen meldeten einen Umsatzrückgang von mehr als 5 Prozent, 26 Prozent berichteten von Umsatzeinbußen in Höhe von 2 bis 5 Prozent. Hergestellt werden Plagiate mittlerweile vor allem von Komponenten (58 Prozent), gefolgt von ganzen Maschinen mit 45 Prozent und Ersatzteilen mit 36 Prozent.

Unangefochtener »Plagiatweltmeister« ist nach wie vor China. Das Land wurde von 79 Prozent der betroffenen Unternehmen als Ursprungsland der Nachbauten genannt. Berücksichtigt man ferner die Listung anderer asiatischer Länder, etwa Indien mit 13 Prozent, Korea mit 10 Prozent und Taiwan mit 7 Prozent, so hat die überwiegende Mehrheit der nachgeahmten Produkte ihren Ursprung in dieser Region. Auf Platz 2 mit 19 Prozent liegt allerdings, wie schon 2008, Deutschland.

Zwei Drittel der Unternehmen gaben an, bereits in technische Schutzmaßnahmen zu investieren. Das geschätzte Gesamtinvestitionsvolumen lag 2009 bei knapp 2 Mrd. Euro. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen planen weitere Investitionen in Produktschutzmaßnahmen.