Für Elon Musks Vision Studenten bauen Hyperloop-Prototyp

Die Studenten Daniel Steinke (l-r), Mathew Thornes, Alejandro Delgadillo, Christina Tsiroglou, Daniel Padron und Jan Cordes, des gemeisamen HyperPod-Projektes der Oldenburger Universität und der Hochschule Emden-Leer bereiten im Zentrum für angewandte Mikrogravitation und Raumfahrttechnologie (ZARM) in Bremen ihren Magnetbahn-Prototypen »HyperPod« auf einen Vakuumtest vor.
Die Studenten Daniel Steinke (l-r), Mathew Thornes, Alejandro Delgadillo, Christina Tsiroglou, Daniel Padron und Jan Cordes, des gemeisamen HyperPod-Projektes der Oldenburger Universität und der Hochschule Emden-Leer bereiten im Zentrum für angewandte Mikrogravitation und Raumfahrttechnologie (ZARM) in Bremen ihren Magnetbahn-Prototypen »HyperPod« auf einen Vakuumtest vor.

Den Prototypen eines Hyperloop, der Passagiere mit bis zu 1200 km/h befördern soll, haben Studenten aus Oldenburg und Emden gebaut.

Sie wollen den Prototypen in den von SpaceX-Gründer und Tesla-Chef Elon Musk initiierten Wettbewerb um die beste Hyperloop-Realisierung schicken. Auch die TU München macht mit – neben vielen weiteren Teams von Universitäten rund m die Welt.

Flitzen wir bald in einer Röhre durch die Gegend statt im Flugzeug zu sitzen? Dieser Vision wollen 40 Studenten der Universität Oldenburg und der Hochschule Emden/Leer aus 16 Nationen ein Stück weit zur Umsetzung verhelfen. Monatelang tüftelten sie unter hohem Zeitdruck an einer selbst entwickelten Kapsel. Die angehenden Ingenieure und Physiker entwarfen Konstruktionspläne, testeten die Schwebetechnik experimentell, fertigten Bauteile, gewannen Sponsoren.

Der Hyperloop soll Passagiere dank Magnetschwebetechnik und geringem Luftwiderstand bis zu 1200 km/h schnell befördern. Die Idee für den Zug in einer Vakuumröhre stammt ursprünglich von SpaceX-Gründer Elon Musk, der auch Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla ist.

Die jungen Leute aus Niedersachsen stellten ihr Konzept Ende März per Video-Konferenz den Gutachtern des privaten kalifornischen Raumfahrtunternehmens vor – und die Gruppe wurde tatsächlich für das Finale der »Hyperloop Pod Competition II« vom 25. bis 27. August ausgewählt.

Seitdem ging es für die niedersächsischen Studenten darum, den rund 300.000 Euro teuren Kapsel-Prototypen zu perfektionieren, um ihn möglichst schnell über die 1,5 km lange Teststrecke in Los Angeles schicken zu können. »In dem Wettbewerb kann man als Physiker oder Ingenieur zeigen, was man drauf hat«, sagt Jan-Phillip Kock, der Teamsprecher der Gruppe aus Niedersachsen. Die Teilnahme könne direkt zum Traumjob bei einem High-Tech-Unternehmen führen.

Harter Wettbewerb aus aller Welt

In Kalifornien werden die Studenten aus Oldenburg und Emden in der Endrunde auf weitere 23 Teams von Universitäten aus aller Welt treffen. Darunter sind internationale Spitzenuniversitäten wie Princeton oder die University of California. Aus Deutschland ist noch die TU München beteiligt.

Der niedersächsische Vakuumflitzer ist inzwischen per Luftfracht auf dem Weg von Ostfriesland nach Kalifornien – wegen der starken Magneten in Einzelteile zerlegt. Das Material wiegt rund eine Tonne. Bis zum letzten Tag feilten die Studierenden in einer leerstehenden Werfthalle in Emden an der Kapsel, die etwa die Größe eines Kleinwagens hat.

Auf einer 180 m langen Aluschiene wurden Starts und das Bremsen geübt. »Mit Video-Analysen wollen wir Wackler beim Fahrverhalten abstellen«, sagt Teamsprecher Kock. Es wurde von früh bis spät geschraubt. Trotz der Konkurrenz mit großen Namen rechnet Kock sich Chancen auf den Titel aus: »Wir sind optimistisch.«