»Made in Germany« und »Made in China« So werden die beiden Exportmächte bewertet

Wie bewertet die Öffentlichkeit das Verhältnis der Exportmächte Deutschland und China? Eine neue Studie der DGQ gibt Auskunft.
Wie bewertet die Öffentlichkeit das Verhältnis der Exportmächte Deutschland und China? Eine neue Studie der DGQ gibt Auskunft.

Das Verhältnis der beiden Wirtschaftsmächte Deutschland und China ist von Konkurrenz geprägt, bietet aber auch Chancen zur Kooperation. Eine einseitige Fixierung auf Risiken ist unangebracht. Dies ergab eine repräsentative Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ).

Das Verhältnis der Handelspartner Deutschland und China wird aktuell viel diskutiert. Dies liegt auch am gegensätzlichen Image der Gütesiegel beider Länder. Für zusätzliche Brisanz sorgt die Strategie „Made in China 2025“ der chinesischen Regierung. Vor diesem Hintergrund hat die DGQ in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Innofact im September 2017 eine Verbraucherumfrage zu den Produktkennzeichnungen „Made in China“ und „Made in Germany“ durchgeführt. Befragt wurden rund 1010 Personen in Deutschland zwischen 18 und 69 Jahren. Das Ergebnis betrachtet die DGQ als repräsentatives Meinungsbild zu den wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder und zur Image-Wahrnehmung der Gütesiegel.

Individuelle Stärken eröffnen Kooperationsmöglichkeiten

82 Prozent der Befragten bewerten den Wirtschaftsstandort China als Konkurrenten für deutsche Unternehmen. Vor allem bei den Fähigkeiten in den Bereichen Digitalisierung und Informationstechnik sehen 64 Prozent China vor Deutschland. Dahinter folgt Elektromobilität mit 41 Prozent. Für nur 30 Prozent nimmt China eine Vorreiterrolle im Themenfeld Forschung und Entwicklung ein. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Deutschland und China klar abgrenzbare Stärken zugewiesen werden können. »Momentan dominiert beim Thema ‚Deutschland-China‘ ein Konkurrenz- und Risikodenken«, kommentiert Christoph Pienkoß, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DGQ. »Alternativ ist aber auch denkbar, einen kooperativen Wissensaustausch zwischen beiden Ländern zu etablieren. Es könnten Synergien geschaffen werden, die ‚Made in Germany‘ und ‚Made in China‘ als Marken am Weltmarkt festigen. Beide Länder könnten vom Know-how des anderen profitieren.«

Sowohl China als auch Deutschland wird Weiterentwicklungspotenzial zugesprochen. Auch hier gibt es Anknüpfungspunkte für eine mögliche Zusammenarbeit: Rund drei Viertel aller Befragten vertreten die Ansicht, dass China in den nächsten 20 Jahren seine Qualitätsstandards weiter optimieren wird. Dabei könnten vor allem die renommierten deutschen Siegel und Normen als Vorbild gelten. Die Annahme, dass es sich dabei um einen einseitigen Profit zum Vorteil Chinas handle, vertritt nur ein Teil der Studienteilnehmer. Immerhin 54 Prozent der Befragten nehmen an, dass das Fortschrittspotenzial Chinas auch den deutschen Markt nachhaltig stärken kann, dass also die Konkurrenz aus China den deutschen Markt und die Innovationskraft deutscher Unternehmen beflügeln und steigern kann.