Schunk betritt in der MRK Neuland Safety nicht nur im Roboter, sondern auch im Greifer

Mit dem sicheren Greifer »Co-act JL1« von Schunk ist hier der kollaborative Leichtbauroboter »LBR iiwa« von Kuka ausgestattet.
Mit dem sicheren Greifer »Co-act JL1« von Schunk ist hier der kollaborative Leichtbauroboter »LBR iiwa« von Kuka ausgestattet.

Die sichere Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) ist jetzt nicht mehr nur Sache des Roboters, sondern auch des Greifers: Schunk hat ein intelligentes Greifmodul vorgestellt, das durch entsprechende Sensorik unabhängig vom Roboter sicher ist. Nicht von ungefähr gewann der Greifer den Hermes Award 2017.

Vor allem dort, wo eine Vollautomatisierung von Produktions- oder Montagelinien nur bedingt wirtschaftlich umsetzbar ist, wird es nach Ansicht des Spann- und Greiftechnik-Herstellers Schunk aus Lauffen am Neckar künftig üblich sein, Teilprozesse herauszulösen und zwischen Mensch und Roboter aufzuteilen. Dies betrifft vor allem Anwendungen, bei denen die Stückzahl für vollautomatisierte Lösungen zu gering und für manuelle Tätigkeit zu groß ist, oder umgekehrt die Teilevarianz für eine manuelle Tätigkeit zu gering und für eine vollautomatisierte Lösung zu groß. »MRK-Lösungen bringen in solchen Szenarien entscheidende Vorteile: Sie steigern die Produktivität, ermöglichen eine hohe Flexibilität und entlasten die Mitarbeiter von bislang nicht automatisierbaren oder ergonomisch ungünstigen manuellen Arbeitsschritten«, erläutert Marcel Nagel, Leiter Zentrales Portfoliomanagement bei Schunk. »Zudem verringern sie die Gefahr von Verletzungen und sichern bei reproduzierbaren Prozessen eine konstante Qualität unabhängig von der Tagesform des Bedieners.« Autonom operierende Cobots, so Nagels Einschätzung, werden vor allem ergonomisch ungünstige oder eintönige Arbeiten übernehmen. Dadurch sinkt die physische Belastung des Menschen, zugleich wird der Prozess effizienter. Außerdem steigt durch die Hand-in-Hand-Arbeit von Mensch und Roboter die Flexibilität. Besonders in Montageanwendungen wird die Zahl robotergestützter Assistenzsysteme Nagel zufolge deutlich steigen.

Aber nicht nur bei den MRK-fähigen Robotern als solchen tut sich Einiges, sondern auch bei den dazugehörigen Greifern. Ein klares Indiz dafür ist, dass ausgerechnet Schunk als Spann- und Greiftechnik-Hersteller den Hermes Award 2017 der Hannover Messe gewonnen hat, und zwar für den Greifer »Co-act JL1«. Die in dem intelligenten Greifmodul verbaute Sensorik registriert Annäherungen von Menschen und ermöglicht eine situationsabhängige Reaktion, ohne dass Mensch und Roboter sich berühren.