Rockwell Automation Safety-Lösungen schnell erstellen

Der »Safety Automation Builder« (SAB) von Rockwell in Aktion
Der »Safety Automation Builder« (SAB) von Rockwell in Aktion

Rockwell Automation hat bislang in Sachen Maschinensicherheit hierzulande nicht allzu sehr von sich reden gemacht - erstaunlicherweise, bietet das US-Unternehmen doch ein umfangreiches Safety-Produktportfolio. Jetzt hat Rockwell dieses Angebot um das Entwicklungs-Tool »Safety Automation Builder« für Safety-Lösungen ergänzt.

Steuerungen, Antriebe, E/A-Module, Schalter, Taster, Relais, Schütze und Sensorik - all das gehört zu Rockwells Safety-Produktpalette. »Wir bieten das weltgrößte Sortiment von Produkten und Dienstleistungen für die sichere Automatisierung«, betont Detlef Grundke, Safety & Solution Manager bei Rockwell Automation Deutschland, unter Berufung auf den am 20. August 2012 erschienenen Report »Machine Safeguarding Solutions Worldwide Outlook« der ARC Advisory Group. Der Bericht schreibt Rockwell einen Anteil von 12,5 Prozent am globalen Maschinensicherheitstechnik-Markt zu, der 2011 ein Volumen von 2,3 Mrd. US-Dollar hatte.

Was bisher im Portfolio jedoch fehlte, war ein Software-Tool zur problemlosen Planung und Gestaltung sicherer Automatisierungssysteme. Das soll sich jetzt ändern: Der »Safety Automation Builder« (SAB) füllt Rockwell zufolge genau diese Lücke. Die in den USA entwickelte Software begleitet den Anwender Schritt für Schritt bei der Konzeption der benötigten Sicherheitstechnik. Eine grafische Abbildung der Maschine erleichtert dabei den Entwurf der erforderlichen Sicherheitsfunktionen ebenso wie die Auswahl der nötigen Safety-Komponenten und -Systeme der Rockwell-Marke Allen-Bradley. Abschließend lässt sich der Performance Level (PL) der jeweiligen Sicherheitsfunktion gemäß der Norm EN ISO 13849-1 mit Hilfe der Software »Sistema« (Sicherheit von Steuerungen an Maschinen) des IFA (Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung) verifizieren und, falls erforderlich, modifizieren.

Zu Beginn fragt der SAB unter anderem, ob der Anwender schon eine Risikobeurteilung erstellt habe, wobei die Software allerdings keine Plausibilitätskontrolle vornimmt. Falls die Risikobeurteilung noch nicht vorliegt, muss der Benutzer sie außerhalb des SAB durchführen. Anschließend entwirft und implementiert der Anwender mit dem SAB die Sicherheitsfunktionen, legt die gewünschten Safety-Komponenten fest und transferiert die Daten mittels einer Exportfunktion in »Sistema«. Das IFA-Tool berechnet schließlich den PL der Sicherheitsfunktionen und generiert eine entsprechende »Sistema«-Projektdatei. »Sistema« und SAB kooperieren also eng miteinander - ohne »Sistema« kann der SAB den Entwurfsprozess nicht abschließen.

Bisher war der Arbeitsablauf für Konstrukteure deutlich aufwändiger: »Nach dem Ausdruck des Maschinenlayouts wurden zuerst feststehende und bewegliche Schutzeinrichtungen eingezeichnet und potenziell gefährliche Zugänge samt den erforderlichen Sicherheitsfunktionen identifiziert«, erläutert Grundke. »Anschließend wurden die Sicherheitskomponenten - Logik, Sensorik und Aktorik - ausgewählt und der erreichte PL der Sicherheitsfunktion berechnet. Das Resultat war eine Liste benötigter Sicherheitsprodukte und PL-Berechnungen, die anschließend noch in Dokumente, Zeichnungen und Berichte übertragen werden musste.«

Der SAB dagegen automatisiert und beschleunigt den Systementwurf. Er trägt die ausgewählten Safety-Produkte zusammen, generiert eine Stückliste und erstellt die für »Sistema« benötigten Daten. Als Ergebnis der automatischen »Sistema«-Berechnung erhält der Anwender die Bestätigung des erreichten PL der Sicherheitsfunktionen sowie eine entsprechende »Sistema«-Projektdatei.

Auf der Rockwell-Website steht der SAB kostenlos zum Download bereit - momentan nur auf Englisch, aber voraussichtlich ab dem Spätsommer auch als deutschsprachige Version. Um die Möglichkeiten des SAB optimal auszuschöpfen, sollte laut Rockwell außer »Sistema« auch die Software »ProposalWorks« des Unternehmens für die Produktauswahl und die Ausgabe der Stückliste heruntergeladen werden.

Darüber hinaus stellt Rockwell neue Dokumentationen für unterschiedliche Sicherheitsfunktionen zur Verfügung. Die fertig ausgearbeiteten Dokumente liefern detaillierte Informationen zu vielen Sicherheitsanwendungen, darunter auch spezielle Funktionen sowie eine Bewertung der Sicherheit mit PL einschließlich der erforderlichen Sicherheitskomponenten - vom Sensor über die sichere Verarbeitung bis zum sicheren Aktor. Zum Umfang der Dokumente gehören außerdem Teilelisten, Stromlaufpläne, eine »Sistema«-Projektdatei sowie Verifikations- und Validierungspläne.