Sigfox expandiert »Riesiges Potenzial für unsere LPWANs – trotz NB-IoT!«

Aurelius Wosylus, Sigfox: »Die Überschneidungen zwischen NB-IoT im lizenzierten Spektrum und dem LPWAN von Sigfox im ISM-Band sind gering. Wir wollen uns jetzt vor allem auf unser Wachstum konzentrieren, der Markt wächst exponentiell!«
Aurelius Wosylus, Sigfox: »Die Überschneidungen zwischen NB-IoT im lizenzierten Spektrum und dem LPWAN von Sigfox im ISM-Band sind gering. Wir wollen uns jetzt vor allem auf unser Wachstum konzentrieren, der Markt wächst exponentiell!«

Sigfox investiert kräftig in den LPWAN-Ausbau. »Das geschieht nicht aus Furcht vor NB-IoT. Wir müssen ein riesiges Potenzial schnell erschließen, mit Wettbewerbsbeobachtungen können wir uns gar nicht erst aufhalten«, sagt Aurelius Wosylus, Director Sales & Partners Germany von Sigfox.

Markt&Technik: Sigfox hat gerade bekannt gegeben, die Präsenz in Deutschland stark erhöhen und bis Ende 2017 mit dem eigenen Low-Power-Wide-Area-Netzes rund 80 Prozent der Fläche abdecken zu wollen, gerade auch wegen Industrie 4.0 und der Verzahnung der Produktion mit dem Internet. Nun ist im Sommer 2016 der NB-IoT-Standard Release 13 verabschiedet worden. Sehen Sie das nicht als Gefahr für Sigfox?

Aurelius Wosylus: NB-IoT raubt mir mit Sicherheit nicht den Schlaf.  NB-IoT bewegt sich doch auf Basis des lizenzierten Spektrums in einem anderen Markt als Sigfox, auch wenn sich beide durchaus auch einmal überlappen können. Aber aus den NB-IoT-Spezifikationen ergibt sich eben, dass NB-IoT einen großen Software-Stack benötigt. Das NB-IoT- Modem muss also größer sein als die Sigfox-Modems. Und sie müssen mehr Energie aufnehmen. Ein Device mit zwei AA-Batterien über 15 Jahre am Leben zu erhalten, dürfte kaum möglich sein. Das Protokoll ist umfangreicher, da ist es gar nicht so sinnvoll, Nachrichten mit geringen Datenmengen zu versenden. Kleine Datenmengen, genau darauf hat sich Sigfox spezialisiert. NB-IoT kann mehr Daten übertragen, damit ist es auch möglich, Software-Updates durchzuführen. Aber das wollen wir gar nicht machen! Die Überschneidungen sind gering.

Dafür kann NB-IoT auf der vorhandenen Infrastruktur aufsetzen…

…laut Marketing steht die bereits. Ja, das sieht auf den ersten Blick günstig aus. Aber dann wird doch die teure LTE Infrastruktur verwendet deren Abdeckung, wie wir von der Handynutzung wissen, noch ausbaufähig ist. Und eine neue weitere Einschubkarte für die Basestation dürfte ebenfalls in den meisten Fällen erforderlich sein. Und die Infrastruktur steht, muss aber trotzdem bezahlt werden. Damit dann nur kleine Datenmengen zu übertragen, das wäre so, als ob man sich einen Ferrari kaufen würde, um dann mit 20 km/h durch die Landschaft zu fahren.

Wer über eine Infrastruktur mit Equipment von Huawei verfügt – die Firma hat sich stark für NB-IoT engagiert – sollte mit einem Software-Update zu Recht kommen, wie zu hören ist?

Da bin ich mir gar nicht so sicher, aber auch wenn es so sein sollte, zeigt das doch, wie proprietär Huawei ist. Wenn es von uns heißt, wir seien proprietär, dann gilt das für Huawei erst recht. Denn Nokia oder MSN sprechen wieder eine andere Sprache. Das wäre also dringend zu harmonisieren. Unklar ist auch noch wann die Release 14 verfügbar sein wird.