Individuelle Software-Funktionen leichter entwickeln Rexroth ermöglicht Zugriff bis auf den Steuerungskern

Lucas Wintjes, Bosch Rexroth: »Eine neue Idee in die Praxis umzusetzen, ist in der Fabrikautomatisierung zunehmend eine Frage des Software-Engineerings, zumal sich immer mehr Funktionen in die Software verlagern.«
Lucas Wintjes, Bosch Rexroth: »Eine neue Idee in die Praxis umzusetzen, ist in der Fabrikautomatisierung zunehmend eine Frage des Software-Engineerings, zumal sich immer mehr Funktionen in die Software verlagern.«

Mit dem Konzept »Open Core Engineering« will der Automatisierer Bosch Rexroth Maschinenherstellern neue Chancen eröffnen, individuelle Software-Funktionen zu verwirklichen. Die Maschinenbauer bekommen dazu einen direkten Zugriff bis auf den Kern der Rexroth-Steuerungen.

»Eine neue Idee in die Praxis umzusetzen, ist in der Fabrikautomatisierung zunehmend eine Frage des Software-Engineerings, zumal sich immer mehr Funktionen in die Software verlagern«, erläutert Lucas Wintjes, Geschäftsleiter Vertrieb und Branchenmanagement Fabrikautomation von Bosch Rexroth. »Je effizienter das Software-Engineering ist, desto schneller und kostengünstiger können Maschinenhersteller ihre Konzepte realisieren.« Allein effizient zu sein, genüge dabei aber nicht mehr: »Maschinenbauer wollen sich zunehmend über individuelle Software-Funktionen und Maschinenkonzepte, die dem Anwender spezifischen Nutzen bringen, vom Wettbewerb unterscheiden«, führt Wintjes aus. »Solche Kreativität braucht Freiraum, den das künftige Software-Engineering den Maschinenherstellern für die Umsetzung ihrer Ideen bieten muss - auch im Hinblick auf die Einbindung neuer IT-Techniken.«

Der Ansatz »Open Core Engineering« soll den Maschinenherstellern diesen Freiraum gewähren, indem er die Brücke schlägt zwischen dem SPS-Engineering nach IEC 61131-3 und der sogenannten IT-Automatisierung. Das bedeutet, dass die Maschinenbauer aus Hochsprachen-gestützten Anwendungen flexibel auf den Steuerungskern der Systemlösungen »IndraMotion MLC« und »IndraLogic XLC« zugreifen können. »Sie realisieren dadurch individuelle Lösungen selbstständig und obendrein einfacher und wirtschaftlicher als bisher«, betont Wintjes.

Im Zentrum des »Open-Core-Engineering«-Konzepts stehen Softwaretools und Funktionspakete, die vollständig auf offenen Standards und Techniken aufbauen. Die neue Schnittstelle »Open Core Interface« erweitert hierzu das bisher auf die SPS-Automatisierung fokussierte Software-Engineering für Anwendungen auf Hochsprachen-Basis. Mit zahlreichen Funktionsbibliotheken, angepasst auf unterschiedliche Entwicklungsumgebungen, erfolgt ein direkter Funktionszugriff bis auf den Steuerungskern. Maschinenhersteller können so zum einen individuelle Software-Funktionen selbst realisieren und zum anderen IT-Techniken auf Hochsprachen-Basis in ihre Automatisierungslösung integrieren. Konkrete Beispiele sind die Anbindung von Simulations-Tools oder die Nutzung von Smart Devices wie etwa Smartphones oder Tablet-PCs mit nativen Apps. Darüber hinaus ermöglicht »Open Core Interface« die Anbindung von Funktionen und Daten der Produktionsmaschinen aus IT-gestützten Anwendungen wie etwa MES (Manufacturing Execution Systems) heraus.