hema electronic / Stemmer Imaging OLED-Beleuchtungen für die industrielle Bildverarbeitung

Besonders dünn sind die OLED-Backlights der Serie »seelectorLUX OLED« von hema electronic.
Besonders dünn sind die OLED-Backlights der Serie »seelectorLUX OLED« von hema electronic.

In der neuesten Generation von TV-Monitoren sowie besonders in Smartphones und Tablets sind OLEDs bereits seit einiger Zeit angekommen. Jetzt sind die ersten Beleuchtungs-Produkte auf OLED-Basis für die industrielle Bildverarbeitung verfügbar.

Organische Leuchtdioden (OLEDs) sind flache, homogene und energieeffiziente flächenhafte Beleuchtungselemente. Ihre herausragende Eigenschaft besteht in ihrer extrem dünnen Bauweise und einer flächigen Abstrahlcharakteristik, die sie von bisherigen Lichtquellen grundlegend unterscheidet. Zudem benötigen sie keine Diffusoren, um eine homogene Ausleuchtung zu erzeugen, und erfordern im Gegensatz zu LED-Beleuchtungen auch kein aufwändiges Thermo-Management. Diese Eigenschaften bedeuten für den Anwender weniger Aufwand und eine längere Lebensdauer.

Während sich die OLED-Technologie in Consumer-Produkten, vor allem bei Flachbildfernsehgeräten, Smartphones und Tablets, bereits als gängiger Standard etabliert hat, waren OLED-Beleuchtungen in der Bildverarbeitung bis vor kurzem noch Zukunftsvision. Nun erreicht die Technologie Marktreife: Das Aalener Unternehmen hema electronic hat zu Beginn des Jahres 2015 als erstes OLED-Produkt die Backlight-Serie »seelectorLUX OLED« vorgestellt, die von Stemmer Imaging vertrieben wird.

Die von 0 bis 100 Prozent dimmbaren Backlights mit einer Leuchtfeldfläche von 102 x 102 mm bei Abmessungen von 142 x 123 mm und nur 2,5 mm Höhe zeichnen sich durch eine große Homogenität und Farbtreue aus. Sie arbeiten mit einer Farbtemperatur von 2500 bzw. 2900 K und weisen einen relativ hohen Color Rendering Index von 80 auf. Der CRI-Wert oder auch Farbwiedergabeindex beschreibt, wie stark die Farbwiedergabe einer Beleuchtung vom Ideal des Tageslichts abweicht. Ein hoher CRI-Wert bedeutet eine bessere Farbwiedergabe und führt zu Vorteilen für Farbanwendungen. Typischerweise lassen sich mit OLEDs CRI-Werte über 90 erzielen, so dass sich Beleuchtungen auf OLED-Basis besonders gut für Einsatzfälle etwa in der Druckindustrie oder vor allem in medizinischen Anwendungen eignen. Für Ärzte ist es wichtig, dass die Farben der aufgenommenen Bilder der Realität möglichst nahe kommen, um sichere Diagnosen erstellen zu können.

Weitere Merkmale der ersten OLED-Beleuchtungen von hema electronic sind ihr Lichtstrom von bis zu 300 Lumen, eine Betriebstemperatur von +5 bis +40 °C sowie die 24-V-Spannungsversorgung der intelligenten OLED-Controllerbox, die mit Netzteil bereitgestellt wird. Weitere Beleuchtungskomponenten wie Tunnelbeleuchtungen und Koaxiallichter sind laut dem Unternehmen in Vorbereitung.

Doch nicht nur hema electronic treibt seine OLED-Aktivitäten voran, auch international wird intensiv an der Weiterentwicklung der Technologie gearbeitet, wie Dr. Gotthard Weißflog vom Management des OLED-Netzwerks OLAB in Jena bestätigt: »Die Massenfertigung organischer Leuchtdioden für Beleuchtungsanwendungen hat bei OLEDWorks/Philips und LG Chem begonnen«, sagt er. »Weitere Firmen aus Deutschland, etwa Osram, sowie aus Japan, China, Taiwan und den Vereinigten Staaten werden bald folgen. Dies wird den Preis der OLED-Bauelemente weiter verringern.« Hieraus ergeben sich nach Weißflogs Überzeugung auch neue Geschäftsmöglichkeiten für die industrielle Bildverarbeitung, weil diese zwingend zur Automatisierung und Qualitätssicherung der Massenfertigung erforderlich sei.