Das Internet of Things ermöglicht neue Geschäftsmodelle Nutzungsbezogenes Mieten auf Basis von Software und IoT

Michael Dieter ist Business Development Manager bei der Q-loud GmbH, einem Tochterunternehmen der QSC AG.
Michael Dieter ist Business Development Manager bei der Q-loud GmbH, einem Tochterunternehmen der QSC AG.

Das Internet of Things ermöglicht nicht nur neue Wartungs- und Reparaturkonzepte, sondern auch bisher unbekannte Geschäftsmodelle. Ein Beispiel ist das nutzungsbezogene Teilen und Mieten von Maschinen oder auch ganzen Produktionslinien ebenso wie von mobilen Arbeitsmaschinen.

Das IoT wird vieles verändern. Aber warum eigentlich? Sensoren kennt die Industrie doch schon seit langem, und auch wenn sie neuerdings immer kleiner und preisgünstiger werden, ist das noch nicht revolutionär. Und auch das Internet gibt es ja schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Was also ist so neu am IoT? Vielleicht ist es ja gerade das, dass sich da bewährte und ausgereifte Technologien an der richtigen Stelle treffen: eine miniaturisierte Sensorik, die nun wirklich überall hineinpasst, in alle »Dinge« eben, und eine fast überall verfügbare Kommunikations-Infrastruktur mit einheitlichen Schnittstellen und Protokollen. So kann jedes dieser Dinge jederzeit mit beliebigen anderen und mit entsprechenden Plattformen in Verbindung treten und seine Daten übertragen.

Was die damit mögliche Vernetzung fast beliebiger Objekte alles ermöglichen kann, ist derzeit noch gar nicht absehbar. Hersteller und Anwender befinden sich weitgehend noch im Stadium des Studierens, Experimentierens und Staunens. Einiges zeichnet sich aber schon ab: So wird beispielsweise das Wartungs- und Reparaturwesen auf eine ganz neue Basis gestellt, denn Maschinen und Anlagen können, während sie, wo auch immer, im Einsatz sind, laufend ihre Betriebsdaten an eine zentrale Datenbank übermitteln. Als Folge davon ist der Wartungstechniker gleich und sofort mit den richtigen Ersatzteilen zur Stelle; mehr noch: aus der wachsenden Datenmenge – Stichwort Big Data – lassen sich Muster und Auffälligkeiten ablesen, Prognoseverfahren können mit hoher Wahrscheinlichkeit ermitteln, welche Maschinen wann Probleme machen – und das noch bevor überhaupt nur eine Schraube klappert.

Vom Aufzug über den Schiffsdiesel bis zur Windenergieanlage lassen sich Systeme so effizient warten und die Ausfallzeiten reduzieren. Mehr und mehr industrielle Hersteller werden ihre Geräte mit entsprechenden IoT-Modulen ausstatten, die sie via Web mit den Service-Plattformen der Hersteller verbinden. Ob im Gebäude- und Energie-Management, ob in der Logistik oder im Einzelhandel, wo man zum Beispiel die Anzeigen einzelner Preisschilder über eine zentrale Plattform steuern kann: wo immer Systeme dezentral laufen, lassen sich die Informationen via IoT zusammenführen und verteilen.

Auf diese Weise unterstützt das IoT neue Prozesse in bekannten Geschäftsmodellen. Der Grad der Digitalisierung entscheidet am Ende, ob ein Unternehmen auch in Zukunft noch erfolgreich sein wird oder nicht. Ebenso ermöglicht das IoT aber ganz neue Geschäftsmodelle. Wenn man nämlich die Betriebszeiten einzelner Anlagen zentral in Echtzeit erfassen kann, dann ist es auch möglich, diese unterschiedlichen Nutzern zuzurechnen. So können sich beispielsweise in einem Gewerbe- oder Innovationspark mehrere kleine Unternehmen den Betrieb großer, aufwändiger Maschinen teilen. Sie kommen so an Anlagen, für die sie die Investition allein niemals hätten aufbringen können. Das IoT ermöglicht es, die Nutzung genau zuzurechnen, wenn nötig sogar einzelnen Werkstücken, und dazu muss auch kein Zählerableser ins Haus kommen. Die Hersteller derart vernetzter Maschinen und Anlagen schaffen sich damit neue Märkte, und die Anwender werden wettbewerbsfähiger.

Solche Geschäftsmodelle lassen sich zum Beispiel im Fuhrpark-Management realisieren, wo sich dann mehrere Firmen Fahrzeuge teilen, oder auch bei Baumaschinen, wo ja verschiedene Gewerke phasenweise unterschiedlichen Maschineneinsatz verlangen. Maschinenmiete ist natürlich nicht neu, aber das IoT erlaubt es, die Nutzung exakt und nicht nur nach starren Zeitplänen zuzurechnen sowie die vernetzten Maschinen oder Fahrzeuge auf dieser Basis dynamisch zu verteilen. Auch hier können datengestützte Prognosemodelle zu einer optimalen Auslastung führen. Überhaupt wird das Modell der nutzungsbezogenen Miete auf Grundlage des IoT in Verbindung mit einer zentralen Software-Plattform künftig im Wirtschaftsleben eine viel größere Rolle spielen, weil es die Flexibilität bietet die dynamische Märkte heute benötigen. Hier stehen wir erst am Anfang.