Siemens Industry Neues Antriebskonzept und erweitertes »TIA Portal«

Siemens hat die »Simatic-S7-1500«-Controller und die dezentrale Peripherie ET 200SP sowie das Engineering-Framework »TIA Portal V12« um Safety-Funktionen ergänzt.
Siemens hat die »Simatic-S7-1500«-Controller und die dezentrale Peripherie ET 200SP sowie das Engineering-Framework »TIA Portal V12« um Safety-Funktionen ergänzt.

Seinen Auftritt auf der Hannover Messe stellt Siemens unter das Motto »Integration«: Neu ist das Konzept »Integrated Drive System« (IDS), das drei Dimensionen umfasst. Zudem hat das Unternehmen weitere Antriebstechniken und die funktionale Sicherheit in sein Engineering-Framework »TIA Portal« eingebunden.

Unter IDS versteht Siemens ein auf TIA-Basis (Totally Integrated Automation) für fast alle elektrischen Antriebs-Applikationen umfassend integriertes Portfolio, das für die jeweilige Aufgabe eine optimale Konfiguration des Antriebsstrangs ermöglicht. Das Unternehmen setzt dabei auf eine dreifache Integration: Erstens stelle die horizontale Integration des Antriebsstrangs das reibungslose Zusammenspiel und die optimale Dimensionierung aller Teilkomponenten vom Umrichter über Motor und Getriebe bis zu den Kupplungen sicher. Zweitens sei der Antriebsstrang vertikal in die Systemarchitekturen der industriellen Fertigungsprozesse eingebunden. IDS nutze die Integration des Antriebsstrangs und seiner Komponenten in die TIA-Architektur: Alle TIA-Komponenten - von der Sensorik-Ebene bis hin zum Manufacturing Execution System (MES) - seien aufeinander abgestimmt. Und drittens umfasse IDS passende Industrie-Software-Lösungen für eine Integration entlang des gesamten Lebenszyklus einer Applikation (Life Cycle Integration).

Im Rahmen der IDS-Vorstellung präsentiert Siemens auf der Hannover Messe die Integration der Antriebsfamilie »Sinamics G120« in die aktuelle Version 12 des »TIA Portal« und kündigt die Einbindung des Motion-Control-Systems »Simotion« an. Darüber hinaus hat das Unternehmen die Engineering-Software »Step 7 Safety Advanced« in die Version 12 des »TIA Portal« integriert, deutlich überarbeitet und die Performance durch optimierte Compiler gesteigert. Zu den Neuerungen gehören erweiterte Funktionsbausteine mit Safety-Funktionalität sowie die autarke Einstellung von Priorisierung und Timing. Für den Zugriff auf die »Simatic-S7-1500F«-Controller wurde das Schutzstufenkonzept um eine zusätzliche Schutzstufe erweitert. Die Sicherheitsaufgaben projektiert und programmiert der Anwender wie die Standardautomatisierung in der einheitlichen Bedienphilosophie des »TIA Portal«.

Neu sind auch die zur kompakten dezentralen Peripherie ET 200SP gehörigen Safety-E/A-Module. Sie sind nach EN 61508 zertifiziert und für sicherheitsgerichtete Applikationen bis SIL 3 nach EN/IEC 62061 und PL e nach EN ISO 13849-1 zugelassen. Wie die »Simatic-ET-200SP«-Standard-E/A-Module zeichnen sie sich aus durch bis zu 50 Prozent reduzierte Modulbreite, Lastgruppenbildung ohne Powermodule und einfache Handhabung, etwa werkzeuglose Verdrahtung mit Push-in-Klemmtechnik. Als Safety-Module stehen die Versionen F-DI, F-DQ, F-PM-E und F-RQ bereit.

Die neuen fehlersicheren »Simatic-S7-1500F«-Controller beruhen auf den Standard-Controllern, die um Sicherheitsfunktionen erweitert wurden. Sie sind nach EN 61508 zertifiziert und für sicherheitsgerichtete Applikationen bis SIL 3 nach EN/IEC 62061 und PL e nach EN ISO 13849-1 zugelassen. Standard- und Safety-Anwendungen sind mit ein und demselben Controller realisierbar. Die Controller lassen sich zentral mit Baugruppen des Peripheriesystems ET 200MP und dezentral mit den Standard- und Safety-Baugruppen des gesamten ET-200-Spektrums erweitern. Profisafe-Geräte werden via Profinet und Profibus angebunden. Am Controller-Display stehen zusätzlich zu den Standard-Diagnosefunktionen Safety-spezifische Informationen zur Verfügung.

Hannover Messe: Halle 9, Stand D35