Bildverarbeitung bettet sich ein Neue Anwendungsfelder durch Embedded Vision

Die Board-Level-Kameras „dart“ gehören zum Embedded-Vision-Produktportfolio von Basler.
Die Board-Level-Kameras der Serie »dart« gehören zum Embedded-Vision-Produktportfolio von Basler.

Embedded Vision hat sich in der industriellen Bildverarbeitung zum Trend entwickelt, weil Embedded-Boards viel kompakter sind als PCs und den Preis von Bildverarbeitungssystemen erheblich senken. Dem ohnehin wachstumsträchtigen Bildverarbeitungs-Markt dürfte Embedded Vision weiteren Schub verleihen.

Kleinen, integrierten Bildverarbeitungssystemen, die direkt aus Maschinen oder Geräten heraus intelligent mitarbeiten, scheint die Zukunft zu gehören – nicht von ungefähr zählt der VDMA Embedded Vision zu den Shootingstars der Bildverarbeitungstechniken. »Embedded Vision ermöglicht die Auswertung von Bildern auf kompakten, leistungsstarken und energiesparenden Rechnerplattformen«, sagte Dr. Olaf Munkelt, Geschäftsführer von MVTec Software und Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung, während einer von ihr und der Messe embedded world organisierten Podiumsdiskussion. »Damit dringt die industrielle Bildverarbeitung in viele neue Anwendungsfelder vor, die bisher weder von intelligenten Kameras noch von Systemen auf PC-Basis erschlossen werden konnten.« Die Wertschöpfung verschiebe sich weiter von der Hardware zur Software: »Industriell einsetzbare Standard-Software-Produkte gewinnen an Bedeutung, geben sie doch dem Anwender die Leistungsmerkmale in die Hand, die er von Systemen auf PC-Basis gewohnt ist.«

Embedded-Computing-Techniken sind in vielen Anwendungen und Industriezweigen auf dem Vormarsch. Jahr für Jahr sind folglich der Embedded-Branche hohe Wachstumsraten gewiss, was sich auch auf der embedded world immer wieder aufs Neue zeigt. Und innerhalb der Embedded-Branche sticht Embedded Vision besonders hervor: »Embedded Vision ist einer der wachstumsstärksten Märkte der Embedded-Welt«, erläuterte Richard York, VP Embedded Marketing bei ARM. Einen der Gründe dafür nannte Arndt Bake, Chief Marketing Officer bei der Basler AG: »Wer Bildverarbeitungssysteme richtig preisgünstig anbieten will, muss den PC abschaffen und zu Embedded Vision übergehen.« Die Embedded-Vision-Technik reduziere die Hardware-Kosten von Bildverarbeitungssystemen signifikant. »Dadurch wird die Bildverarbeitungstechnik in vielen neuen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen, wo sie bisher zu teuer war. Die Bildverarbeitung wird nun von einer Nischentechnik zu einer Mainstream-Technik werden.« Mehr noch: »Embedded Vision wird darüber hinaus einen disruptiven Effekt auf existierende Bildverarbeitungsmärkte haben.«

Was außer Kompaktheit und geringen Kosten macht nun Embedded-Vision-Techniken so attraktiv? »Das Sehen ist für Menschen extrem wichtig; es ermöglicht uns eine Vielfalt unterschiedlicher Fähigkeiten – vom Lesen eines Gesichtsausdrucks übers Navigieren in komplexen dreidimensionalen Räumen bis hin zu kniffligen Aufgaben wie dem Einfädeln eines Fadens in eine Nadel«, verdeutlichte Jeff Bier, Gründer der Embedded Vision Alliance und President von BDTI (Berkeley Design Technology Inc.). »Embedded Vision gibt vielen unterschiedlichen Geräten und Systemen eine vergleichbare Bandbreite an wertvollen Fähigkeiten. In der Vergangenheit erforderte Computer Vision für einen breit gefächerten Einsatz ein zu hohes Maß an Rechenkapazität. Heutzutage jedoch gibt es ausreichend Rechenleistung für volumenstarke Produkte bei vertretbarem Kosten- und Energieeinsatz. Folglich hält Embedded Vision Einzug in Tausende von Produkten.«