Prozessautomatisierung Namur und ZVEI unterstützen Wagos Dima-Ansatz

Dima bedient sich einer digitalen Beschreibungsmethodik für das verfahrenstechnische Modul, die als »Module Type Package« (MTP) bezeichnet wird.
Dima bedient sich einer digitalen Beschreibungsmethodik für das verfahrenstechnische Modul, die als »Module Type Package« (MTP) bezeichnet wird.

»Dezentrale Intelligenz für modulare Anlagen« (Dima) – unter diesem Namen hatte Wago der Namur einen neuen Ansatz für die dezentrale, modulare Automatisierung von Prozessanlagen präsentiert. Jetzt haben sich Namur und ZVEI auf ein gemeinsames Vorgehen zur Weiterentwicklung des Konzepts verständigt.

Nachdem Wago den Dima-Ansatz auf der Hauptsitzung der Interessengemeinschaft Namur im November 2014 vorgestellt hatte, entschied sich die Namur in diesem Frühjahr, auf Basis des Konzepts eine standardisierte Integrationslösung zu entwickeln. Ziel von Wago, der Namur und des mit ins Boot geholten ZVEI ist es, Dima in den Bereichen Prozedursteuerung/Batch, Visualisierung und Diagnose auszuspezifizieren, so dass Produktentwicklungen Ende 2015 gestartet werden können. Zur nächsten Hauptsitzung der Namur im November 2015 planen Namur und ZVEI, ihre Projektergebnisse gemeinsam zu präsentieren.

Die Dima-Methodik ist für den modularen, verfahrenstechnischen Anlagenbau entwickelt. Sie zielt darauf ab, dezentrale verfahrenstechnische Module wie etwa Package-Units ohne Programmieraufwand in eine überlagerte Leitebene zu integrieren. Die Integration erfolgt über eine in Dima definierte Semantik, die auf einer Dienstearchitektur zur Kommunikation beruht. Das einzelne Modul muss nicht mehr im überlagerten Leitsystem für seine abzuarbeitenden Funktionen programmiert werden, sondern wird lediglich über seine Dienste und zugehörigen Parameter angesprochen. Damit die Dienste dem Leitsystem bekannt werden, bedient sich Dima einer digitalen Beschreibungsmethodik für das verfahrenstechnische Modul. Diese wird als »Module Type Package« (MTP) bezeichnet.

Das MTP als – so Wago - »Herzstück des Dima-Ansatzes« ist die digitale Visitenkarte jedes einzelnen Moduls und gibt somit dem Leitsystem bekannt, welcher Typ des Moduls zu integrieren ist, welche Dienste es zur Verfügung stellt und welche Visualisierung es in der Leitebene benötigt. Die Leitebene übernimmt die Prozessüberwachung und Prozedursteuerung, während die einzelnen prozesstechnischen Module ihre Aufgaben autark abarbeiten. Der Engineering-Aufwand für Tausch oder Ergänzung von Modulen ist somit laut Wago in der Leitebene auf ein Minimum reduziert.

Zusammen mit der Technischen Universität Dresden und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg hatte Wago die Dima-Methodik im Rahmen der Namur-Hauptsitzung exemplarisch an einem Leitstand präsentiert. Damit die Lösung breite Anwendung findet und auch als Standard genutzt wird, hatte sich Wago dazu entschieden, Dima zur Nutzung und Weiterentwicklung einem definierten Anwenderkreis zur Verfügung zu stellen.