Bosch Rexroth Nächste Stufe des »Open Core Engineering«

»Open Core Engineering« eröffnet Maschinenherstellern und Endanwendern umfangreiche Freiheiten bei der horizontalen und vertikalen Vernetzung von Automatisierungskomponenten.
»Open Core Engineering« eröffnet Maschinenherstellern und Endanwendern umfangreiche Freiheiten bei der horizontalen und vertikalen Vernetzung von Automatisierungskomponenten.

Vor zwei Jahren schlug Bosch Rexroth mit seiner Software-Lösung »Open Core Engineering« eine Brücke zwischen der Automatisierung auf SPS-Basis und der IT-Welt. Jetzt lässt das Unternehmen die nächste Entwicklungsstufe folgen.

»Open Core Engineering« verbindet die beiden zuvor getrennten Welten »SPS-Engineeering nach IEC 61131-3« und »Automatisierung auf IT-Basis« in einem durchgängigen Lösungsangebot aus offenen Standards, Software-Tools, Function Toolkits und dem »Open Core Interface«. Dazu hat Bosch Rexroth den Steuerungskern für einen erweiterten Zugriff geöffnet. Maschinenhersteller können in einer Vielzahl von Hochsprachen und Betriebssystemen eigenständig individuelle Funktionen erstellen, die parallel zur Firmware direkt in der Steuerung oder in externen Geräten ablaufen. Sie können somit beispielsweise auch Smart Devices vollständig in die Automatisierung einbinden und deren Bedienfunktionen nutzen.

Neu ist, dass Bosch Rexroth mit »Open Core Engineering« jetzt außer den SPS-Programmiersprachen und einigen IT-Hochsprachen auch die in Anwendungen auf Web-Basis verwendeten Sprachen HTML5 und Java unterstützt. Als »Universal-Dolmetscher« zwischen Hochsprachen und Internet-Dialekten einerseits und der SPS-basierten Maschinensteuerung andererseits dient dabei der »WebConnector«. »Er übersetzt Kommunikationsprotokolle auf Web-Basis in die Sprachen der Maschinen und umgekehrt«, erläutert Norbert Sasse, Leiter Vertriebliches Produktmanagement Motion-Logic-Systeme bei Bosch Rexroth. »Für die Kommunikation mit webbasierten Anwendungen nutzt der ‚WebConnector‘ beispielsweise das mit HTML5 eingeführte WebSockets-Protokoll und für die Kommunikation mit der Steuerung das OPC-UA-Protokoll. Damit stellt er den umfassenden Austausch von Informationen in der Produktion sicher, etwa zwischen Maschinensteuerungen und Smart Devices.«

Ebenfalls neu ist, dass »Open Core Engineering« jetzt mit der neuen Steuerungsfamilie »IndraControl XM« außer den IEC-61131-3-Sprachen und C/C++ auch die Sprachen Java und Lua unterstützt. »Bei ‚IndraControl XM‘ haben wir das Laufzeitsystem für eine multilinguale Programmierung ausgebaut«, verdeutlicht Sasse. »C/C++ und Java sind die am weitesten verbreiteten Hochsprachen und ermöglichen die offene Implementierung IT-basierter Anwendungen.« Und warum Lua? »Die Sprache ist plattformunabhängig, erweiterbar und darüber hinaus extrem leichtgewichtig. Lua ist zudem schnell und mächtig im Sprachumfang, benötigt aber wenig Speicherplatz. Auf dieser Basis öffnen sich ganz neue Möglichkeiten für die Weiterentwicklung von Maschinen und Anlagen in der Vision von Industrie 4.0.«

Auch das Steuerungssystem »IndraMotion MLC« unterstützt jetzt Lua. Zudem hat Bosch Rexroth für »IndraMotion MLC« das OPC-UA-Informationsmodell umfangreich erweitert. Der integrierte OPC-UA-Server stellt Anwendungen sämtliche Informationen des Steuerungssystems zur Verfügung. Diese sind im integrierten Motion-Logic- und Robotik-System objektorientiert und semantisch verknüpft sowie im integrierten OPC-UA-Adressraum les- und schreibbar.

Darüber hinaus stellt Bosch Rexroth die neuen Funktionen und Kommunikationsmöglichkeiten des »Open Core Engineering« mittels der Schnittstellentechnik »Open Core Interface for Drives« jetzt auch für die Antriebsfamilie »IndraDrive« bereit. Damit bekommen Hochsprachen-gestützte Anwendungen auf Basis des Betriebssystems Windows einen Zugriff auf alle Parameter und Funktionen.

Für modellbasiertes Engineering oder Rapid Control Prototyping beim Engineering von Maschinen können Entwickler jetzt neben den schon bisher mit »Open Core Engineering« unterstützten Entwicklungsplattformen Matlab von MathWorks und LabVIEW von National Instruments auch Simulink von MathWorks und Umgebungen auf Basis der quelloffenen Modellierungssprache Modelica einsetzen. Damit haben Entwickler einen direkten Zugriff auf die Kernfunktionen der Steuerungen über das »Open Core Interface for Controls«.