»Anybus-CompactCom« Multiprotokoll-IC als Kern einer neuen Strategie

Bei den Embedded-Busschnittstellen der Serie »Anybus CompactCom« von HMS hat der Anwender jetzt die Wahl zwischen Chip, Brick und einbaufertigem Modul.
Bei den Embedded-Busschnittstellen der Serie »Anybus CompactCom« von HMS hat der Anwender jetzt die Wahl zwischen Chip, Brick und einbaufertigem Modul.

HMS Industrial Networks hat einen neuen Multiprotokoll-Netzwerkprozessor vorgestellt, der die Kommunikation zwischen einem Automatisierungsgerät und einem industriellen Netzwerk abwickelt. Der Baustein begründet eine neue Embedded-Strategie des Unternehmens: Er ist als bloßer Chip sowie als Kernstück eines sogenannten Bricks oder eines einbaufertigen Moduls erhältlich.

Obwohl der »Anybus NP40« genannte Baustein auf intelligente Automatisierungsgeräte in schnellen Echtzeit-Ethernet-Netzen zugeschnitten ist, eignet er sich auch für klassische Feldbusse. Laut HMS wird er wichtige Industrial-Ethernet-Protokolle wie Profinet, EtherNet/IP, EtherCAT, Powerlink, Modbus-TCP und Sercos III sowie gängige Feldbusse wie Profibus, CANopen, DeviceNet, CC-Link und Modbus unterstützen. Als Single-Chip-Netzwerkprozessor kombiniert er einen 32-Bit-ARM-Cortex-M3-Prozessor mit einem FPGA und erlaubt so schnellen Datentransfer und Hardware-gestützte Echtzeitsynchronisation.

Im ARM-Prozessor laufen die Protokoll- und Anwendungs-Stacks ab, während im FPGA die diversen physikalischen Ethernet-Schnittstellen einschließlich der integrierten Echtzeit-Switches für Netzwerke wie Profinet IRT, Powerlink, EtherCAT und Sercos III implementiert werden. Dank der Echtzeit-Switches ist der »Anybus NP40« zur Umsetzung von Antriebsprofilen mit Motion Control und Taktsynchronisation geeignet. Der 17 x 17 mm große BGA-Chip ermöglicht Durchlaufzeiten im Bereich weniger Mikrosekunden, so dass die Verzögerung zwischen dem Netzwerk und dem geräteinternen API (Application Programming Interface) sehr gering ist.

Weil der »Anybus NP40« auf Flash beruht, lässt er sich für verschiedene Industrial-Ethernet-Standards neu programmieren: Die Anpassung an eine andere Ethernet-Art erfolgt einfach durch Laden der entsprechenden Firmware - ohne Änderung der Hardware. Vor der Auslieferung eines Geräts an den Endkunden muss lediglich die betreffende Firmware installiert werden, um die gewünschte Kommunikationsschnittstelle zu realisieren. Der Baustein fußt auf der »SmartFusion«-Technik von Microsemi in Kombination mit der von HMS entwickelten Real-Time-Accelerator-Technik (RTA).