Forum »Kollaborative Robotik« der M&T Metamorphose vom Greifarm zum Arbeitskumpel

Kollaborative Roboter unterstützen und entlasten die Mitarbeiter in der Produktion, aber auch im Service. Mit der Kombination der Stärken von Mensch und Roboter soll künftig der demografischen Entwicklung Rechnung getragen und durch mehr Produktivität das deutsche Sozialsystem erhalten werden.

Nach jüngsten Schätzungen der International Federation of Robotics (IFR) wird sich der Weltmarkt für Roboter im Jahr 2020 auf 85 Milliarden Dollar belaufen. Zweistellige Zuwachsraten pushen seit Jahren den Markt. Zum wichtigsten Absatzmarkt hat sich in den letzten Jahren China entwickelt (siehe Kasten auf Seite 5).

Dominierte bislang die klassische Industrierobotik, gewinnt in den letzten Jahren auch die Servicerobotik an Bedeutung. »Vieles deutet schon heute darauf hin, dass die Servicerobotik die Industrierobotik in vier Jahren überholen wird«, gibt Dr. Uwe Haass, Consultant bei RoboConsult, seine Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung zu Beginn des Round-Table-Gesprächs „Kollaborative Robotik“ der Markt&Technik wieder.

Servicerobotik, die – wie Nicolai Ensslen, CEO & President von Synapticon, erläutert – von der IFR in „Professional“ und „Domestic“ unterteilt wird, umfasst dabei neben Mäh- und Saugrobotern für den häuslichen Bereich auch Agrar- und Sicherheitsroboter für professionelle Anwendungen. Nach Einschätzung einiger Diskussionsteilnehmer müsste zu dieser Kategorie auf jeden Fall auch der Bereich der Exoskelette zählen.

Wohl eher dem Servicebereich zuzurechnen ist eines der großen Buzzwords der Robotik: die kollaborative Robotik. »Im Prinzip ist damit aber nichts anderes gemeint, als dass sich Mensch und Maschine einen Arbeitsraum teilen«, findet Helmut Schmid, Geschäftsführer & General Manager für Westeuropa bei Universal Robots. Doch es sei davon auszugehen, dass die Servicerobotik die Industrierobotik in vier Jahren überholen wird.

»Es gibt insgesamt vier Kategorien von Kollaborationsarten zwischen Mensch und Maschine«, erläutert Thomas Suchanek, Manager Technical Documentation/Safety der Robotics Division bei Yaskawa. Kollaborative Robotik sei dabei die Königsdisziplin, in der Mensch und Maschine zusammenarbeiten, ohne sich gegenseitig zu beschädigen. Letztlich führte der Weg zur kollaborativen Robotik über die Leichtbauroboterarme.

Für Dr. Haass ging der Anstoß dazu vom DLR in Pfaffenhofen aus. Bevor Dr. Sami Haddadin den Ruf an die Gottfried-Wilhelm-Leibnitz-Universität in Hannover erhielt, arbeitete er im DLR am feinfühligen Roboterarm. KUKA versuchte dann, dieses Prinzip in ein marktfähiges System zu überführen. Als Erstes interessierten sich Forschungsinstitute dafür. Dann gelang es nach langer Suche, mit Daimler einen Industriepartner zu finden. Dort wurden die Leichtbauroboterarme dann in der Achsfertigung eingesetzt.