Omron Maschinenbedienung mittels Gesichtserkennung

Das Gesichtserkennungs-Verfahren »Okao« von Omron wird künftig auch in der Bediengeräteserie NA des Unternehmens zum Einsatz kommen.
Das Gesichtserkennungs-Verfahren »Okao« von Omron wird künftig auch in der Bediengeräteserie NA des Unternehmens zum Einsatz kommen.

Vor allem in puncto Bedienung lässt sich die Mensch-Maschine-Schnittstelle noch effizienter, intuitiver und sicherer machen. Auch Omron sieht hier viel Potenzial und hat daher ein Gesichtserkennungs-Verfahren präsentiert, das dem Unternehmen zufolge völlig neue Möglichkeiten der Mensch-Maschine-Interaktion bietet.

Mit seiner Gesichtserkennungs-Technologie »Okao« lässt Omron die Industrie von den Errungenschaften des Konsumgütermarkts profitieren. »Okao« - das Wort ist japanisch und bedeutet »Gesicht zeigen« - kommt bereits weltweit in Kameras und Smartphones zum Einsatz und sorgt dafür, dass ein Bild genau dann erstellt wird, wenn die fotografierte Person lächelt.

Auf die Industrie bezogen, kann »Okao« zunächst die Authentifizierung des Bedienpersonals vereinfachen. Mittels Kamera und Bildverarbeitung werden Gesichter und Gesten erfasst und ausgewertet. Maschinenbediener können so automatisch identifiziert werden und Zugriffsrechte für von der Maschine definierte Arbeitsbereiche erhalten. Die Autorisierung für Maschinen und Fertigungsbereiche erfolgt damit unter zentraler Kontrolle.

»Okao« wird in der neuen Bediengeräte-Baureihe NA zum Einsatz kommen, die Omron auf der Messe SPS IPC Drives vorgestellt hat. Das Verfahren kann die Gesichtsmerkmale einer beliebigen Person in jeder Situation erkennen, analysieren und verarbeiten und dadurch Faktoren wie Geschlecht und emotionalen Zustand bestimmen. Anhand eines patentierten, statistischen Analyseverfahrens und durch Anlernen des Systems mit einer Vielzahl von Gesichtsproben - mehrere Millionen wurden bisher erfasst - ist es nun möglich, einem in 2D erstellten Modell ein Gesicht in 3D zuzuordnen und so eine zuverlässige Identität zu geben.

»Damit eröffnet 'Okao‘ völlig neue Wege in der Interaktion mit Maschinen, besonders in Sachen Authentifizierung«, erläutert James Riley, Product Marketing Manager Software und HMI bei Omron. »Bereits aus einer gewissen Entfernung kann 'Okao‘ erkennen, ob sich eine berechtigte Person der Maschine nähert, und so Manipulationen verhindern. Möglich ist es auch, zu definieren, wie weit sich eine Person überhaupt der Maschine nähern darf, bevor gewisse Funktionen aktiviert werden.« Die Konsequenz daraus: »Mussten Anwender sich bisher an der Maschine aufhalten, um sie zu bedienen oder sich zu authentifizieren, kann in Zukunft die Maschine entscheiden, wer sie bedient«, sagt Riley.

Die Bediengeräte-Serie NA, in der »Okao« zum Einsatz kommen soll, ist laut Riley »genau auf die künftigen Anforderungen der Mensch-Maschine-Interaktion für eine dynamische und intuitive Maschinenbedienung zugeschnitten«. Die lüfterlosen Geräte haben resistive Breitbild-Touchdisplays in den Größen 7 und 9 Zoll (mit 800 x 480 Bildpunkten Auflösung) sowie 12 und 15 Zoll (mit 1280 x 800 Bildpunkten Auflösung). Sie sind mit drei USB-, zwei Ethernet- und einer SD-Card-Schnittstelle sowie drei programmierbaren Funktionstasten ausgestattet. Vektorgrafik und VB.NET-Programmierung sind geboten. Als Betriebssystem dient Windows Embedded Compact 7.

Die neue Bediengeräte-Serie ist ein weiterer Baustein von Omrons Automatisierungsplattform »Sysmac«. Die Geräte fügen sich nahtlos in das Plattformkonzept ein und nutzen die integrierte Automatisierungs-Software »Sysmac Studio«, die auch für Ablaufsteuerung, Motion, Robotik und Safety zum Einsatz kommt.