Maschinen- und Anlagenbau bleibt im Aufwind Maschinenbau: VDMA erwartet 8 Prozent Wachstum für 2011

Die reale Veränderung der Maschinenproduktion gegenüber dem Vorjahr von 1996 bis 2011 (2010 und 2011: Prognose)
Die reale Veränderung der Maschinenproduktion gegenüber dem Vorjahr von 1996 bis 2011 (2010 und 2011: Prognose)

»Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau wird 2011 um 8 Prozent wachsen.« Diese Produktionsprognose für die Branche gab der scheidende VDMA-Präsident Dr. Manfred Wittenstein anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbands am 7. Oktober in München. Zu Wittensteins Nachfolger wählte die Versammlung Dr. Thomas Lindner.

»Seit Sommer 2009 geht es mit dem Bestelleingang wieder bergauf«, betonte Wittenstein. »Die Order-Kurve nimmt einen nahezu mustergültig V-förmigen Verlauf.« Eine solche Dynamik hatte der Verband nicht erwartet - Mitte September hatte er deshalb seine Produktionsprognose für 2010 von 3 auf 6 Prozent verdoppelt.

Der Auftragseingang wuchs in den ersten acht Monaten des Jahres 2010 um ein gutes Drittel (35 Prozent). Abgesehen vom Bestelleingang im August zeigte sich dabei kein Tempoverlust. Im Juli lag die Kapazitätsauslastung im Schnitt bei 82,9 Prozent (Juli 2009: 69,2 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg im Juli auf 905.000 und liegt damit nur noch 2,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (931.000).

Die deutschen Maschinenexporte lagen im Zeitraum Januar bis Juli 2010 bei 69,5 Mrd. Euro und damit nominal um 5,7 Prozent (3,8 Mrd.) über dem Vorjahreswert. Besonders stark zugenommen haben die Lieferungen nach China (plus 22,7 Prozent auf 8 Mrd. Euro) und Brasilien (plus 39,8 Prozent auf 1,4 Mrd.). Russland, das allerdings im vergangenen Jahr die Branche enttäuscht hatte, zeigt eine Steigerungsrate von 9 Prozent (auf 3,1 Mrd.). Auch die USA, der zweitwichtigste Handelspartner, haben ihre Maschinenimporte aus Deutschland gesteigert, und zwar um 6,2 Prozent (auf 5,5 Mrd.).

Die deutschen Maschinenimporte lagen im Zeitraum Januar bis Juli 2010 bei 25,4 Mrd. Euro, und damit nominal um 7,2 Prozent (1,7 Mrd.) über dem Vorjahreswert. Der Anteil Europas beträgt insgesamt rund 72 Prozent. »Wir teilen unsere Exporterfolge über hohe Importe also durchaus auch mit unseren Partnern«, kommentierte Wittenstein dies. »Das so genannte deutsche Export-Modell geht also nicht zu Lasten der Nachbarländer, wie gelegentlich behauptet wird, sondern hilft mit, aus dem Konjunkturtal herauszukommen.« Bei den europäischen Partnern liegt Italien mit einem Anteil von 10 Prozent oder 2,5 Mrd. Euro an der Spitze, gefolgt von der Schweiz mit 9,4 Prozent oder 2,4 Mrd. Euro, Frankreich mit 7,8 Prozent oder 2 Mrd. Euro und Österreich (Rang 7), Tschechien (Rang 8), den Niederlanden (Rang 9) sowie dem Vereinigten Königreich (Rang 10).

In zunehmendem Maße am Aufschwung beteiligt ist dem Verband zufolge auch das Inlandsgeschäft. In den letzten drei statistisch erfassten Monaten Juni bis August kletterte der gesamte Auftragseingang um 52 Prozent, und die Inlands-Bestellungen legten um 45 Prozent zu. »Die deutsche Investitionstätigkeit hat sich erstaunlich schnell belebt«, führte Wittenstein aus. »Zum einen profitiert die Inlandsnachfrage direkt von der steigenden Auslastung der Produktionskapazitäten, indirekt von Zulieferungen für Exportprodukte. Hinzu kommen möglicherweise noch Vorzieheffekte, weil Investitionen in Deutschland ab dem kommenden Jahr nur noch linear abgeschrieben werden können.«

Die Entwicklung in den Teilbranchen des Maschinenbaus ist weiterhin heterogen. Auch wenn mittlerweile alle Fachzweige im letzten Drei-Monats-Vergleich (Juni bis August 2010/2009) mit ihrem Bestelleingang im Plus liegen, sind sie laut VDMA von sehr unterschiedlichem Niveau aus gestartet und in ihrem Aufholprozess zudem bislang unterschiedlich weit gekommen. Die ersten marschieren demnach wieder stramm auf ihre höchsten Auftragseingangsniveaus zu, etwa Kunststoff- und Gummimaschinen (2007) sowie Textilmaschinen (2006).