Nach der vollständigen Eingliederung ändert sich auch die Markenstrategie Marke Lauer fällt zugunsten von »Beijer Electronics« weg

Christian Benz, Beijer Electronics: »Zum Zeitpunkt der Übernahme war die Marke Beijer Electronics in Deutschland nur wenig bekannt - dies hat sich in der Zwischenzeit geändert.«

Gut drei Jahre nach der Übernahme des HMI-Herstellers Elektronik-Systeme Lauer durch den schwedischen Beijer-Electronics-Konzern ersetzt dieser am 11. Oktober die Marke Lauer offiziell durch »Beijer Electronics«. Der Lauer-Hauptsitz im württembergischen Unterensingen bleibt aber ebenso erhalten wie die Vertriebs- und Support-Strukturen von Lauer in EMEA.

»Zum Zeitpunkt der Übernahme, die im Mai 2007 stattfand, war die Marke Beijer Electronics in Deutschland nur wenig bekannt«, erläutert Christian Benz, Geschäftsführer der neuen Beijer Electronics GmbH & Co. KG in Unterensingen. »Dies hat sich in der Zwischenzeit geändert. Die Marken zu vereinheitlichen, schafft daher Klarheit und spart Kosten, weil nur ein Marketing-Auftritt nötig ist.«

Schon im April dieses Jahres hatte Beijer Electronics den Markennamen des im März 2005 übernommenen taiwanesischen HMI-Herstellers Hitech Electronics durch »Beijer Electronics« ausgetauscht. Der im Dezember 2007 akquirierte schwedische Industriekommunikations-Komponenten-Hersteller Westermo dagegen behält seinen Markennamen bis auf weiteres bei.

Im Zuge der vollständigen Eingliederung von Lauer in Beijer Electronics wird die Produktpalette der Beijer Electronics GmbH & Co. KG in Unterensingen mit weiteren Automatisierungskomponenten aufgestockt. »Deutsche Kunden erhalten künftig Zugriff auf Automatisierungsprodukte, die bisher nur in anderen Ländermärkten wie USA und China verfügbar waren«, verdeutlicht Benz.

Der 1981 gegründete Beijer-Electronics-Konzern gliedert sich in die Geschäftsbereiche HMI-Produkte (mit der Marke Beijer Electronics), Industrial Data Communication (IDC, mit der Marke Westermo und der im Juli 2010 erworbenen 37-prozentigen Beteiligung an Korenix) sowie Automation. Die Automation-Sparte bietet Komplettlösungen für die Industrieautomatisierung an, ist aber nur in Skandinavien und im Baltikum aktiv.

Beijer Electronics ist mit Niederlassungen und Partnern in 16 Ländern vertreten und unterhält vier Entwicklungsstandorte, davon zwei in Schweden, einen in Deutschland (Unterensingen) und einen in Taiwan (Ex-Hitech). Das Unternehmen erzielte im Jahr 2009 einen weltweiten Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro. 48 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet es in den nordischen Ländern und dem Baltikum, 30 Prozent im übrigen Europa, 6 Prozent in Nordamerika, 14 Prozent in Asien und 2 Prozent in den restlichen Ländern. »In Asien sehen wir das größte Wachstumspotenzial für die Zukunft«, stellt Benz klar.

Momentan verfolgt Beijer Electronics die Strategie, sich verstärkt in nicht-industriellen Märkten zu engagieren und dafür Speziallösungen anzubieten: »Wir sind einen wichtigen Schritt in Richtung Verkehrstechnik, also Bahn- und Schiffstechnik, gegangen und verstärken unser Know-how in der Gebäudeautomatisierung«, hebt Benz hervor. Darüber hinaus plant das Unternehmen weitere Akquisitionen, um in bestimmten Märkten wie etwa den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) noch stärker Fuß zu fassen.

Die neueste Entwicklung von Beijer Electronics ist das HMI-Konzept »iX«, das auf Microsoft .NET beruht. Die passende Hardware dazu läuft unter Windows CE, Windows XP Embedded und Windows 7 und wird in drei unterschiedlichen Leistungsklassen angeboten. Die Geräte für die kleinen bis mittleren Anwendungen werden in komplett neu konzipiertem Design erstmals auf der Messe SPS/IPC/Drives im November vorgestellt.